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menſchliche Thun und Laſſen, wenn es allemal bit jert durch Nothwendigkeit beſtimmt iſt, auf gleiche Weiſe auch für alle Folgezeiten ins Un- endliche hin beſtimt ſeyn, als welche Folgezei- ten das zur Grenze angenommene Iezt der Reihe nach ins Unendliche hindurchwandern muſs; oder man müſste behaupten, daſs alle Handlungen aller Menſchen in aller Zeitfolge zurück von B nach A geſehen, unmöglich anders, aber vorwärts von A nach B geſehen, ganz anders möglich geweſen ſeyen, welches offenbar ungereimt iſt.
Fine andre eben ſo leere Diſtinktion als die vorige, iſt die Unterſcheidung in abſolute und hypothetiſche Nothwendigkeit. Woitf gebrauchte ſie wahrſcheinlich eben ſo wie Leibnitz nur als einen Nimhbus, um ſich dadurch manchem ſeiner Gegner zu entziehen.„Es iſt nicht zu läugnen, (ſagt er in ſeinen verninſtigen Gedanken von Gott, der Welt umnd der menſchlichen Feels/§. 521.), daſs ein Menſch, der etwas als beſſer erkennt, un⸗ möglich das Schlimmere ihm vorziehen kann, und es ſolchergeſtalt nothwendig geſchieht, daſs er das Beſſere erwählt. Allein dieſe Nothwendigkeit iſt der Freyheit nicht zuwider, denn der Menſch vird dadurch nicht gezwungen, das Beſſere zu er⸗ wählen, weil er auch das Schlimmere erwählen
konnte,


