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Einleitung.
Ia ſehe voraus, daſs man mir es wenigſtens als eine jugendliche Vermeſfenheit anrechnen werde, über einen Gegenſtand, an dem ſeit Jahrtauſenden der menſchliche Geiſt ſich verſucht und beynah erſchöpft hat, auch meine Stimme geben zu wol- len. Allein man wird gewiſs gelinder von dieſem Unternehmen urtheilen, wenn man die Entſte- hung dieſes Werkchens, und die Abſicht, die ich damit zu erreichen wünſche, einer nähern Erwä⸗ gung würdigen wird.
Unzufrieden mit dem Syſtem des Determinis⸗ mus, dem mein eigenſtes innigſtes Gefühl wider- ſprach, und gequält von dem Gedanken an die troſtloſen Folgen deſſelben, die meine frühere Lehrer umſonſt mir zu verbergen ſuchten, betrat ich mit freudiger Ahndung eines beſſeren Ausgangs den Weg, den der unſterbliche Weiſe vom Kö⸗ nigsberge ſeinen Zeitgenoſſen zeigte. Ich ſog mit Wonne die Lehre ein, die mir eine wahre und dauernde Beruhigung in der wichtigſten Angele- genheit meines Geiſtes und Herzens und eine vol-⸗ lendete Auflõſung des grõſsten Räthſels der Menſeh⸗ heit verſprachen.
Schon glaubte ich dem Ziele nahe zu feyn und weine kühnſten Hofnungen und Wünſche
erfüllt


