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Skeptische Betrachtungen über die Freyheit des Willens mit Hinsicht auf die neuesten Theorien über dieselbe / von Leonhard Creuzer ; [Verfasser des Vorworts: Carl Christian Erhard Schmid]
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Syſtem zufolge, zu jeder, auch künftigen Hand- lung, eine bedingte Nothwendigkeit vorhanden ſeyn, und das Scheinbare jenes Finwurfs beruht plos darauf, daſs ich von dem Vergangenen er- kenne, wat nothwendig war, von dem Zukünf- tigen aber nur weiſs, daſs erwas übherhaupt noth- wendig ſeyn werde. Die Nothwendigkeit ſelbſt iſt in dem einen Fall eben ſo unwande Ibar und unhintertreiblich, als in dem andern. Es iſt dies den Augenblick einleuchtend,[obald man nur tragt, wann foll die Beſtimmung unſeres Willens und Handelns in unſerer Gewalt ſtehen? Ulrich ſagt Seite 63. u. a. m. O. ſeiner Eleutheriologie: Der Menſch ſoll anders oder beſſer werden, auch kann er es werden, nur kein Menſch kann ſchon jent anders oder beſſer ſeym, als en iſt. Wie aber, kann man mit dem Rezenf. in der Litteraturzei- tung fragen, wenn aus dem fortflieſenden Iez das Immer entſtände, wie aus dem fortflieſenden Punkt die Linie entſteht, und von jeder Stelle der zukünftigen und vergangenen Zeit das Iext eben ſo gälte, wie von jeder Stelle die Linie hin- auf und hinab betrachtet, der Punkt gilt? In der That,(etzt jener Rezenſ., und mit ihm jeder Un- befangene hinzu, wenn alles Künftige fo gut der- einſt gegenwärtig ſeyn wird, als alles Vergangene bereits gegenwärtig geweſen iſt, ſo mufs das

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