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Skeptische Betrachtungen über die Freyheit des Willens mit Hinsicht auf die neuesten Theorien über dieselbe / von Leonhard Creuzer ; [Verfasser des Vorworts: Carl Christian Erhard Schmid]
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ſere Hinderniſſe, àuſere Beſchränkungen dieſer Wirkſamkeit ſtatt. Aber ohngeachtet dieſer Un- endlichkeit der göttlichen Freyheit, müſſen wir dennoch die Mothwendigkeit der göttlichen Hand- lungen behaupten. Wir können und dünßen, wie ich oben gezeigt habe, ſchlechterdings keinen Zufall annehmen. Die Handlungen des Unendlichen, ſo wie der endlichen Weſen, find nothwendig und geſetzmäſsig beſtimt, jene nur durch ihr eigenes, dieſe zum Theil auch durch fremde Geſetze. Bey der Gottheit iſt dies ſo einleuchtend, daſs man den ganzen Begriff der⸗ ſelben zerſtören würde,[obald man ihr ein indif- ferentiſtiſches Vermögen zu kontradiktoriſch ent-

gegengeſetzten Handlungen einräumen wollte*) denn

*) II y a des gens(ſagt Leibnitz nach einer kurzen Widerlegung der Spinoziſtiſchen Nothwendigkeit §. 175.) qui font allés a l'autre extremité& ſous pretexte Caffranchir la nature divine du joug de la neceſſits, ils lont voulu rendre tout à fait indiffe- rente d'une indifference d'equilibre: ne conſiderant point, qu'autant que la neceſſits metaphyſique eſt abſurde par rapport aux actions de Mieu ad extra, autant la neceſſirs morale eſt digne de lui. Ceſt une heureuſe neceſſité, qui oblige le Sage à bien faire, au lieu que lindifference par rapport au bien& au mal ſercit la marque d'un defaut de bonte ou de ſa- geſſe. Outre que Findifference en elle méme; qui