Druckschrift 
Skeptische Betrachtungen über die Freyheit des Willens mit Hinsicht auf die neuesten Theorien über dieselbe / von Leonhard Creuzer ; [Verfasser des Vorworts: Carl Christian Erhard Schmid]
Entstehung
Seite
235
Einzelbild herunterladen

o0 2

35 Verwerfungsurtheil, im Fall ſie nicht damit über- einſtimmt, unverändert. Finige andre Zweifel und Pinwürfe dieſes achtungswürdigen Rezenſen- ten wird man oben, wo von der Geſetzmãſsigkeit der Freyheit die Rede war, beantwortet finden. Ich bemerke dies für diejenigen, welche beym Nachleſen jener Rezenſion dieſe Antwort hier viel- leicht vermiſſen möchten.

Alles, was ich bicher über die Endlichkeit und Beſchränktheit der menſchlichen Freyheit geſagt habe, fällt, wie ſich ſchon von ſelbſt verſteht, bey der Gottheit weg. Ihre Freyheit iſt unend- lich, wie ſie felbſt unendlich iſt.Ein Weſen ſagt Schmid§. 205 der neuen Ausgabe ſeiner Moral, deſſen Kauſalität der moraliſchen For- derung vollſtändig entſprechen, und welches der zureichende Grund einer intelligiblen und zwar moraliſchen Welt ſeyn ſoll, darf mit keinen Pinſchränkungen gedacht werden. Wir ſondern aus demſelben Grunde, warum wir es überhaupt uns dachten, und warum wir ihm praktiſche Ver- nunft, Erkentniſs der Welt und Macht beylegten, alle mögliche Schranken von den Merkmalen die- ſes Begriffes ab. Die Gottheit beſizt alſo allein ahſolute unendliche Freyheit, bey ihr finden weder innere Hinderniſſe, innere Beſchränkung der voll- kommenſten Wirkſamkeit ihres Willens, noch du-

ſere