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Skeptische Betrachtungen über die Freyheit des Willens mit Hinsicht auf die neuesten Theorien über dieselbe / von Leonhard Creuzer ; [Verfasser des Vorworts: Carl Christian Erhard Schmid]
Entstehung
Seite
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234 Zuſtände allein hat das Vernunftgeſetz Sinn und gebietende Kraft, kann auch nicht anders für den Menſchen gültig ſeyn, als in Bezlehung auf ſolche. Das Geſetz wird dadurch ſelbſt nicht 57 im mindeſten eingeſchränkt, vielmehr wird es dadurch auf den beſtimmten Gegenſtand ſeiner Gültigkeit gerichtet u. f. w.

Allein welche ſind, könnte ich hier weiter fragen, die Zuſtände der Erfahrung, wo der Menſch ſich nicht anders, als im vollen Beſitz der Freyheit denken kann? Das empiriſche Bewuſst- ſeyn ſagt ihm von ſolchen Zuſtänden gar nichts, vielmehr das Gegentheil, inwiefern es auf Natur- nothwendigkeit jeder Handlung führt. Das reine Bewuſstſeyn aber ftellt jede Handlung für ſich ohne Rückſicht auf ihre Gründe in der Erſcheinung, und nur in Beziehung auf das moraliſche Geſetz vor. Wie kann alſo der Rez. ſagen,für dieſe Zu- ſtände allein hat das Vernunftgeſetz Sinn und ge- bietende Kraft? Nach dem empiriſchen Be- wuſstſeyn iſt ſelbſt der Zuſtand des ruhigſten, käl- teſten Machdenkens ein durch Naturnothwendig- keit beſtimmter Zuſtand, und nach dem reinen Bewuſstſeyn bleibt die Beziehung der Handlung auch wenn ſie im Zuſtand des heftigſten Affekts

geſchah auf das moraliſche Geſetz, und das Ver-