mit den Behauptungen der Gegner ſchon oben an- geführt und beurtheilt worden.
Ich gehe alſo[ogleich zur 4ten Fintheilung über, wornach die Freyheit in Abſicht auf ihre Gröſse, entweder als endlich, oder als unendlich gedacht wird. Freyheit überhaupt, iſt, wie ich oben gezeigt habe, kein Gegenſtand der Erfah- rung. Wenn daher in der vorſtehenden Tabelle gefragt wird, ob die Freyheit endlich an ſich, oder nur in der Erſcheinung fey? ſo darf man dies nicht ſo verſtehen, als ob es eine Freyheit Moumenon, und eine Freyheit Phänomenon gäbe. Denn Frey- neit iſt immer nur Noumenon, und in dem gan- 2en Kontest der Erſcheinungen haben wir durch- aus nichts anders als Naturnothwendigkeit.— Iéne Frage hat vielmehr nur den Sinn, ob wir ganz unabhängig von aller Erfahrung, und võllig a priori beſtimmen können, ob die Freyheit endlich ſey? oder ob wir aus der Beſchaffenheit unſerer erſchei- nenden Handlungen nur auf ein endliches Vermö- gen durch Freyheit zurückſchlieſsen dürfen, und ob alſo die Freyheit, ſo wie ſie ſich durchdie Er- fcheinungen zeigt, ſo auch an fich ſey? Was das erſte betrift, ſo können wir, fobald wir von aller Erfahrung abſtrahiren, weder die Endlichkeit noch die Unendlichkeit der Freyheit behaupten.
Um a priori zu wiſſen, was Freyheit an ſich iſt, müſs-


