226—
Fataliſten und Skeptiker nehmen ihre Gründe ge- gen die Wirklichkeit der Freyheit entweder aus der Erfahrung, oder der Vernunft, oder aus der Offenbarung— die Erfahrungs- und Vernunft- gründe, welche beyde Theile, ſowohl Freyheits- lehrer als Fataliſten und Skeptiker für ſich anfüh- ren, find ſchon oben beurtheilt worden. Was aber die aus einer Offenbarung entlehnten Gründe betrift, ſo ſcheint mir die Frage nicht überflũſ- ſig: Kann überhaupt durch Offenbarung etwas mit apodiktiſcher Gewiſcheit erkannt werden? Die Antwort auf dieſe Frage muſs nothwendig vernei- nend ausfallen, weil es für Offenbarung gar kein Kriterium giebt, wodurch fie von andern Quel- len unſerer Vorſtellung und Erkenntniſſe mit Si- cherheit unterſchieden und als Ofenbarumg apodik- tiſch erkannt werden könte. Für den gröſsern Theil meiner Leſer, glaube ich, bedarfdieſe Behauptung keines weitern Beweiſes. Sollte aber dennoch je- mand dieſen hier vermiſſen, ſo verweiſe ich ihn auf die vortrefliche Abhandlung in der neuen Aus- gabe der Schmidiſchen Moralphiloſophie, wo von Seite 97— 110. das weſentlichſte, was darüber ge- ſagt werden kann, in der gedrängteſten Kürze vorgetragen wird*. Leder, *) Anch die neulich erſchienene Kritik aller Offenba- rung von Fichte verdient ſehr hierbei nachgeleſen
zu werden.


