Das Daſeyn einer ſolchen Freyheit wird nun von einer Parthey behauptet, von der andern ge- läugnet. Aber dieſe beyden Hauptpartheyen ſind ſo wenig unter ſich felbſt einig, daſs vielmehr jede wieder in 2 andere entgegengeſetzte Par- theyen ſich theilt. Um unnütze Wiederholungen zu vermeiden, und zugleich auch die Veberſicht über das Ganze zu erleichtern, werde ich jedes- mal die entgegengeſetzten Theorien auf einander tolgen laſſen. Die bejahende Hauptparthey ſo- wohl als die verneinende finden den Erkentnis- grund für oder gegen die Veberzeugung von ei- ner ſolchen Freyheit entweder in der Erfahaung oder in der Vernunſt. Diejenige, welche den Er- kenntnisgrund für oder gegen die Freyheit in der Erfahrung finden, berufen ſich hauptſächlich auf das Selbſtgefihl des Menſchen.
Die ſinnlichen Indißerentiſten pehaupten, dies Selbſtgefühl lehre den Menſchen, daſs wenn er unter gewiſſen genau beſtimten Um- ſtänden etwas gewollt habe, er unter vollkommen denſelben innern und äuſern Umſtänden auch nicht wollen oder das Gegentheil habe wollen können. Wyenn er z. B. eine böſe Handlung verübt habe, [o ſage ihm ſein innerſtes Bewuſstſeyn, daſs er an- ders hätte handeln können, wenn er gerolt hätte.
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