ten auf der andern Seite die einander wider ſtrei- tenden Gefühle der Freyheit und des Zwanges den Nichtdenker irre. Keiner vermochte einen Ausgang aus dieſem Labyrinthe zu bahnen. Man- cher glaubte ſchon den Faden der Ariadne gefun- den zu haben, allein der Erfolg bewies mehren- theils, daſs fein Faden, anſtatt ihn aus dem La- byrinthe herauszufüh ren, tiefer noch ihn hinein- geführt habe. Finigen gelang es zwar, den Re- ſultaten ihres NMachdenkens einen Anſtrich von Beſtimtheit Vollſtändigkeit und Evidenz zu ge- ben; allein„es giebt mancherley Taſchenſpieler- „künſte wodurch die eitle Vernunft der Beſchä- „mung zu entgehen ſucht, in Erweiterung ihrer „Kentnifſe die Gränzen der menſchlichen Natur „nicht überſchreiten zu können. Bald glaubt „man neue Wahrheiten entdekt zu haben, wenn „man einen Begriff in die einzelnen Beſtandtheile „Zerlegt; aus denen er erſt cilkihrlich zutammen- „geſezt war. Bald dient eine unmerkliche Vor- „ausſetzung zur Grundlage einer Kette von Schlüſ- „ſen, deren Lücken man ſchlau zn verbergen „weifs, und die enſchlichenen Folgerungen wer- „den als hohe Weisheit angeſtaunt. Bald häuft „man einſeitige Erfahrungen, um eine Hypo- „theſe zu begründen, und verſchweigt die ent-⸗ „gegengeſezten Phänomene oder man verwechſelt
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