„die Bedeutung der Worte nach den Bedürfniſ- „ſen der Schluſsfolge. Und dieſs find nicht etwa „bloſs Kunſtgriffe für den philoſophiſchen Char- „latan, um ſein Publikum zu täuſchen. Auch „der redlichſte unbefangenſte Forſcher gebraucht „oft, ohne es ſich bewufst zu fſeyn, ähnliche „Mittel um ſeinen Durſt nach Kenntniſſen au „ſtillen[obald er einmal aus der Sphäre heraus- „tritt, in welcher allein ſeine Vernunft ſich mit „Recht des Erfolgs ihrer Thätigkeit freuen „kann.“*) MNoch nie aber war das Bedürfniſs eines befriedigenden Aufſchluſſes über das groſse Räthſel der menſchlichen Freyheit ſo dringend geworden als gerade in unſern Zeiten. Ich darf mich hier nur auf das meiſterhafte Gemälde beru- fen, das einer unſerer tiefſten Denker**) über den Geiſt unſeres Zeitalters geliefert hat, um dieſe Behauptun gzu beſtätigen.
Die Fackel der Philoſophie war durch phi- loſophiſche Theologen und philoſophiſche ſchöne
Geiſter in Gegenden gebraeht worden, wo ſie in Deutſch-
*) Kleinere proſaiſche Schriften von Schiller. Leip- zig 1792. Erſter Theil Seite 156. u. 57.
**) Reinhold in ſeinen Briefen über die Kantiſche Philoſophie und in der Abhandlung über die bishe⸗ rigen Schickſale dieſer Philoſophie.


