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Skeptische Betrachtungen über die Freyheit des Willens mit Hinsicht auf die neuesten Theorien über dieselbe / von Leonhard Creuzer ; [Verfasser des Vorworts: Carl Christian Erhard Schmid]
Entstehung
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daſs man nicht einmäl von der philofophirenden Vernunft an den allgemeinen Menſchenverſtand appelliren konte, wie dieſs z. B. bey der Frage über das Paſeyn Gottes und über die Unſterblich- keit der Seele gefchah. Dieſe leztere hatte der gemeine Menſchenverſtand, während die philoſo- phirende Vernunft mit fich ſelbſt darüber nicht einig werden konnte, durch die Stimme aller ge- ſitteten Mationen, mit einer ſehr auffallenden Finhelligkejt. bejahend heantwortet.*) Allein über die Frage von der Freyheit des Willens war der gemeine Menſchenverſtand eben fo wenig mit ſich ſelbſt einig, als es die philoſophirende Verz nunft war. Seine Ausſprüche mögen nun entwe- Mer Reſultate der Vernunft, die auch ohne wif. nſchaftliche Bildung fich ſelbſt überlaffen zu philoſophiren anfängt, oder durch unmittelbare Getühle abgedrungene Vorausſetzungen feyn, in jedem Falle war Antinomie unvermeidlich. Pie throretiſche Vernunft muſste, wenn ſie konſe- guent ſeyn wollte, nothwendig zum Fatalismus führen, während die praktiſche Vernunft mora- liſche Freyheit durchaus poſtulirte. So wie auf dieſer Seite entgegen geſetzte Vernunftreſultate den Denker mit ſich felbſt entzweyten, ſo mach- ten

*) Reinholds Verſuch einer neuen Theorie des V. V.

tes Buch Seite 22.