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Skeptische Betrachtungen über die Freyheit des Willens mit Hinsicht auf die neuesten Theorien über dieselbe / von Leonhard Creuzer ; [Verfasser des Vorworts: Carl Christian Erhard Schmid]
Entstehung
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muſste. Es mochte freylich auch jezt noch eine geraume Zeit hin gehen, ehe man über dieſen Unterſchied zu reflectiren anfieng. Allein er war denn doch zu auffallend, als daßs er nicht beyder gortſchreitenden Entwickelung der Vernunft zum Nachdenken hätte anreizen ſollen; das Bedürfniſs des menſchlichen Geiſtes, Eins mit ſich felbſt zu ſeyn, war zu dringend, als daſs er nicht auf die einander widerſtreitenden Gefühle der Freyheit und des Zwanges, der Unabhängigkeit und De- pendenz hãtte aufmerkſam werden follen. Nur dieſs und der erſte Schritt zur Philoſophie uber die Freyheit des Willens war geſchehen. Der menſchliche Verſtand gieng nun aber freylich erſt in einem Zeitraum von Jahrtauſenden alle Formen von Theorien und Syſtemen durch, dieſs groſse Räthſel zu löſen, allein mit jeder neuen Theorie, mit jeder neuen Beobachtung(chien es immer unauflöslicher zu werden. Je weiter die Sachwalter der philoſophirenden Vernunft in ih- ren Unterſuchungen vorwärts zu dringen ſuch- ten, deſto mehr entfernten ſie ſich von einander und am Ende brachten faſt alle ganz entgegenge- ſetzte Reſultate ihres Forſchens ans Licht.

Das ſchlimmſte bei dieſem allgemeinen Kampf

der Philoſophen gegen einander war noch das, B 4 daſs