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Skeptische Betrachtungen über die Freyheit des Willens mit Hinsicht auf die neuesten Theorien über dieselbe / von Leonhard Creuzer ; [Verfasser des Vorworts: Carl Christian Erhard Schmid]
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riſſen, die wir miſsbilligen? Wir ſträuben uns gegen die Gewalt, die uns wider unſern Willen fortzureiſſen droht, wir bieten vielleicht alle un- ſere Kräfte zum Widerſtand auf, umſonſt! wir erliegen dem Kampfe mit uns ſelbft, und die Handlung iſt geſchehen. Aber können wir eine ſolche Handlung für frey erklären?*) Müſf- ſen wir gleich, fobald wir an das reine heilige Sittengeſetz denken, das Verwerfungsurtheil darũber ausſprechen, ſo können wir ſie uns we- nigſtens nicht zurechnen. Machten wir uns viel- leicht auch etwa im Zuſtand des Affekts, wo wir nicht weiter denken, Vorwürfe darüber, ſo ſpre- chen wir uns doch gewifs, fobald der Affekt vor⸗

über iſt, im Ganzen frey.

Poch nicht im leidenſchaftlichen Zuſtand allein drängt ſich uns das Gefühl der Abhängig- keit auf, oft überraſcht es uns auch in der ruhig- ſten leidenſchaftloſeſten Stimmung und gar nicht als Folge eines vorhergegangenen Raiſonnements, ſondern ganz als unmittelbares Bewuſstſeyn. Man frage nur den gemeinen Mann, der nie et- was weder von Determinismus noch Indetermi- nismus hörte, ob er von der unbedingren Frey-

heit

*) 7% Joun irtez sepet ſagt dort Agamemnon

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