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abhängigkeit von fremden Geſetzen und Freyheit ſind alſo unzertrennlich mit einander verbunden, ja im Grunde nur Eins und dafſelbe, Das Bewuſt- leyn der Freyheit iſt gleich dem Bewuſtſeyn des moraliſchen Geſetzes ein Faktum der Vernunft, deſſen Wirklichkeit wir unmittelcar ohne Schlüſſe aus Erfahrungsdatis erkennen, eine Mitgabe der Matur die ohne unſer Mitwirken von ſelbſt fich entwickelt und bildet.*) Es iſt nicht Folge vom
Bewuſst-
Des Lebens Pulfe weit umher fich regen,
Paſs eine weite reiche Welt
In ihrem Schoos, ein Gott in ſeiner Hand mich hält
Und Myriaden von Geſchöpfen ſein
Mit mir am Buſen der Natur ſich freun:
Weiſs ich darch mich, dureh mich allein.
Fin Heiliges in mir entreiſst mich der Begierde, Fin reiner Trieb, der eine Welt umſchlingt
Und nach der höchſten Geiſterwürde
Mach qet Vollendung Siegel ringt.
Ihr hohes Ideal, wie aus kryſtallnem Spiegel
Geſtrahlt aus ger Natur, tief eingeprägt in mir,
Giebt meinem Geiſte Licht, und meinem Herzen Flügel,
Die aus dem Jſoch der Sinne losgeſpannt,
Mich tragen in der Wahrheit Sonnenland.
*) Je me ſens libre„ Oui mon coeur le ſent& [ouhaite que ce ſentiment ne ſoit point trompeur. 11 voudroit plus mẽéme, il ſouhaiteroit, que ce fut une preuve. premontval.
Paſs in dieſem noch unentwickelten Gefühl prakti-


