Einleitung.
Fin Funke von Hofnung lebte wieder in mir auf, als ich bemerkte, dafs man gerade mit dem Abſchnitt der Schmidiſchen Moral; der meine Ruhe mir zu rauben drohte, faſt allgemein unzu- frieden war. Ich horchte begierig auf die einzel- nen Stimmen würdiger Männer; die zum Theil vor den Augen des philoſophiſchen Publikums dieſen ſo durchaus konſequent ſcheinenden Fata- lismus beſtritten, allein— ſie alle befriedigten mich nicht.
Ich ſah mich mitten in das groſse Labyrinth menſchlicher Meinungen zurückgeſtoſsen, ohne den Faden, an dem ich mich einzig herauszuwin- den vermocht hätte, wiederfinden zu können.— Ich vermiſste in mir den allbelebenden Gedanken einer moraliſchen Welt ünd eines unendlich hei- ligen Regierers derſelben, ich litt an meinen edel- ſten Begriffen, und war auf dem Punkt, den Glauben an mich ſelbſt zu verlieren.—
In dieſem mich rings umfangenden Dunkel bot eben der zuerſt mir die helfende Hand des Freun- des, der durch ſeinen Fatalismus mich aus mei- nem ſüſsen Traume geweckt; und mit ihm meine liebſten Hofnungen, mit ihm meine Ruhe mir entriflen hatte. Er geſtand mir, daſs er felbit nicht ganz zufrieden mit ſeinem Fatalismus etwas beſſe- res ſuche*), und forderte felbſt mich auf, die
noch
*) Es geſchah dies lange vor der Erſcheinung der zweyten Ausgabe der Moralpbiloſophie. Ob der würdige Vert. derfelben auch jet?t noch das nem- liche ſagen würde, wage ich nicht zu behaupten


