Hauos-Modell- Pappe(Unterstufe)
objektivieren. Bei diesem auf sich selbst gestellten, produk- tiven Arbeitsvorgang können nicht bereits fertig formöulierte Gestaltungen öbernommen werden; die eigenpersönliche Auseinandersetzung und Verarbeitung möß jene Aussage- form erfinden, die zum unverlierbaren inneren Besitz zu werden vermag. Denn wirklichen Wert haben för uns nor die Dinge, die wir selber erorbeiten, die wir uns aus eigener Initiative, also dorch eine morolische Anspannung, dorch Oberwindung von Hemmungen und Schwierigkeiten er-— ringen.
PROF. H. KAMPS
Direktor der Staatlichen Kunstakademie Dösseldorf
Bei der Dorchsicht lIhrer Denkschrift fiel mir ein schöner Satz von Wilhelm Heinse ein.(Heinse wor mit Goethe Mit- orbeiter an Jacobis Zeitschrift„lris“ und gehörte zum Pempelforter Kreis in Dösseldorf.)„Wer das Geföhl des Schönen von Nator und dem Leben seiner ersten Kind-
Fisch- Gips-Relief(Mittelstofe]
heit und Jugend nicht hat, wird es nie dorch die spätere Betrachtung ond die Lehren der Weisen lernen.“
Heinse kannte sehr wohl die gelehrten Asthetiker seines Jahrhonderts, die Lessing, Winkelmann, Roussedu, Rey— nolds; sie hatten ihm aber nie eine befriedigende Antwort aouf die Frage nach dem Wesen der Schönheit gegeben. Schönheit ist för Heinse eben keine erlernbore Wissen- schaft, sie ist för ihn Harmonie, Musik, äußere UÜbereinstim-— moung mit innerer Vollkommenheit, ist Reinheit des Auges. Dorum fot die Erziehung des Auges not. Erst sehen mit den Augen und dann denken, das mössen wir Deutfschen immer noch lernen. Die besten Denker haben das immer gewoßt ond dusgesprochen. Leider moß es heute so oft wiederholt werden.
PROF. ERNST FRITSCH
Leiter der Abteilung Kunstpädagogik an der Hochschule för Bildende Könste Berlin
Wir erklären uns voll und ganz för den Antrag des Bundes Deutscher Kunsterzieher und empfehlen seine Beröcksichti- gung dringendst.
PROF. GERHARD GOLIWITZER
Stdotliche Akademie der Bildenden Könste Stuttgart
Es ist gut, daß Sie den Ton auf den Anteil der Kunst-— erziehung an der Menschenbildung, an der Bildung des ganzen Menschen, gelegt haben. Denn darin sieht der Konsterzieher von heute seine Aufgabe. Die maßgebenden Männer gehen offenbar immer noch vom Zeichenunterricht ihrer eigenen Schulzeit dus. Wenn man den Menschen mit all seinen Fähigkeiten und den daraus erwachsenden Mög- lichkeiten zur Gestaltung des Lebens, zur Erkenntnis der Wirklichkeit, um bewußten Werten seiner Erlebnisse sieht ond dabei unvoreingenommen den riesigen Anteil des Auges und der Gestaltong des Sichtborkeit erkennt, dann ist unsere Forderung noch bescheiden zu nennen.


