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Die bildnerische Provinz in der Schule und ihre Notlage
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Böhnenmodell- Papier(Oberstofe)

Wir dörfen nicht Plastiken und Bilder gleich verspoffen, bevor wir nicht im geringsten den Versuch machen, sie zu verstehen...

Man soll bei Ausflögen und Besichtigungen nicht achtlos an schönen Dingen voröbergehen, sondern seine wahre helle Freude doran hoben...

Kunsterziehung soll dem jungen Menschen eine Vorstellung von wirklicher Kunst geben...

Der erzieherische Wert liegt darin, daß die Freude am Werk den Spoß doron steigert und duch wieder zu Neuem anspornt... In der Werkarbeit soll der Schöler z. B. dos Materidl in seinen Eigenschaften und Schönheiten kennen- lernen. Nicht zuletzt spornt die Freude am gelongenen Werk an und die Totkraft wird gesteigert...

Ich gläube, doaß eine Stunde för den Kunstunterricht zu wenig ist, besonders in den höheren Klassen...

WMADCHEN

Im Kunstunterricht lernen wir beobachten...

Dorch das Zeichnen lernen wir, unsere eigene Phantasie spielen zu lassen, und schätzen später viel mehr solche Bilder, die etwas Persönliches an sich haben... Wir lernen nicht nor Kunst ond Kitsch zu unterscheiden, nein, wir

flocht nach Agypten- Gips(Oberstofe)

können es duch duf Filme und Böcher öbertragen... Wenn ich recht viele gute Bilder gesehen habe, gefäöllt mir ein anderes gar nicht mehr...

In der Kunstbetrachtung bekommt man langsam das Geföhl för gute oder schlechte Bilder, man weiß, warum sie got oder schlecht sind...

Unser Sinn för dos Schöne wird in uns erweckt. Das gilt auch för das proktische Leben, wie man später z. B. eine Wohnung einrichtet... und domit wir uns gegen so viel Kitsch, mit dem wir föglich in Beröhrung kommen, wehren können. Außerdem sollen wir angeregt werden, selbst etwas zu schaffen, wie wir es empfinden...

Wir sollen för Bilder einen sicheren Blick bekommen und nicht nor so oberffächlich daröber hinwegsehen... Man sagt leicht, das ist ja nur Geschmier, wenn man ein mo dernes Bild sieht. Nur wenn man es genau ansieht, kann man merken, was das Bild bedeutet...

Die Schöler sollen selbst basteln, zeichnen, schnitzen, malen, kleben und drucken, damit sie selbst eine Vorstellung von dem haben, was sie dn anderen kritisieren...

Der Kunstonterricht dient der allgemeinen Bildung des Schölers... Nicht zuletzt hof der Kunstunterricht auch eine gewisse seelische Wirkung duf den Schöler. Er gibt ihm ein Geföhl för wirkliche Schönheit, was wichtiger för den Wenschen ist, als es im ersten Augenblick scheint...

Bei einer Gemeinschaftsarbeit wird man doch zum Zu sammenaurbeiten erzogen. Hier lernt auch der weniger Be Hobte die Kunst etwas verstehen, das heißt, wenn er sich dorum möht...

SIEEBZEHN-= UND ACHTZEHNJAHRIGE

JUNGEN

Im Kunstonterricht wird der Wensch moderner und zeit- näher. Wir verstehen die Probleme. Dadorch wird erst die Bildungsbasis geschaffen... Der Kunstunterricht bringt uns dos Kuſturgut fremder Völker und fröherer Zeiten näher... Ich halte die Eigenbetätigung för sehr wichtig. Denn da- durch bringt man, oft unwillkörlich, das ans Licht, was einen bedrängt und bedröckt. All das hebt den Kunstonterricht öber alle anderen Fächer hinaus. Deshalb bedodere ich, doß wir nur eine Wochenstonde haben...

Die Betrachtung der einzelnen Stilepochen zeigt den Zu- sammenhang des Lebensgeföhls mit der Kunst...

Uns wird Gelegenheit gegeben, uns selbst im Zeichnen ond Malen fortzubilden... Wenn ein Schöler eine Zeit- lang mit der Kunst in Beröhrung kommt... Wird er bald ein geschuſtes Auge bekommen, wird die Kunst verstehen lernen, sein Auge wird den kleinsten Einzelheiten eines Werkes folgen können... Wer einige Jahre lang Kunst onterricht genossen hat, för den bleiben bedeutende Werte Zzuröck... Der größte Wert aber ist das Vermögen, dos einem Werke herdus den Könstler zu verstehen...

för den gebildeten Menschen ist es unbedingt notwendig, daß er einen Zugang zur Kunst findet. Diesen Zuögang ver- schafft ihm der Kunstonterricht... Im praktischen Kunst vnterricht sollen unsere schöpferischen Fähigkeiten gescholt werden...

Wenn der Schöler einmal gemerkt hat, wie schwer es ist, in Gestaltung und Zuosammenstellong ein einigermaßen gutes Bild zu malen, so wird er die Kunst der großen Meister erst richtig verstehen lernen und ihnen mit Hoch- achtong begegnen. Und er wird langsam das erlangen,