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Die bildnerische Provinz in der Schule und ihre Notlage
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Der Sinn ist, daß wir in die Geheimnisse der Farben ein- dringen. Man muß lernen, den Farben einen harmonischen Ton zu geben. Auch das Basteln, Formen und Modellieren von Figuren und Schnitzen moöß man lernen... Man braucht einen obschätzenden Blick...

Das Fach trägt viel zu der Geschma;cksbildung bei... Manchmal mössen wir stäunen, welche großartigen Kunst gegensfände unsere Ahnen und die vielen unkoltivierten Völker Afrikas und Asiens in Anbetracht der einfachen Hilfsmittel, die ihnen zu Gebote standen, schufen...

MXADCHEN

Wir sollen lernen, etwas Eigenes herzustellen ohne Hilfe. In den höheren Klassen wird viel von Könstlern gespro chen, auch gehen sie viel ins Museum, damit man sich weiterbildet...

Leider haben wir nur einmal in der Woche Konsterziehung. Dieses Fach soll uns nicht zu Könstlern erziehen, sondern wir sollen lernen, geschmoackvoll zu urbeifen... Das Mo dellieren und der Werkunterricht gehören duch dozu... Wir sollen einen Sinn und Blick för das Schöne bekommen. Später merkt man dies, wie er oder sie sich die Wohnong einrichtet. Wir lernen duch ein Fest vorzubereiten und es schön z9 gestalten...

Wir lernen dos Schöne und duch dos zuweilen Verborgene kennen... Wenn wir ons spätfer eine Möbeleinrichtung kaufen und dann noch die Vorhänge oder die Tischdecken, oder aber duch die Polster för dos Sofo oder die Sitzecke, dann möß das aoöch alles zusammenpossen... Köͤnst ist doch eigentlich die Grundlage zu vielerlei Berufen... Viele Eltern können ihren Kindern nicht den Unterschied zwischen Kunst und Kifsch erklären oder zeigen, weil sie es selbst nicht wissen. In der Schule werden wir duch an geregt, daß wir uns interessieren för die Kunst und uns weiterbilden, indem wir nicht nor Kunstwerke, die wir in der Schule gezeigt bekommen, eingehend betrachten und feststellen, warum es uns gefällt, sondern Zz. B. ins Stödel gehen und uns die Werke ansehen... Nicht nur die Malerei gehört in den Kunstunterricht, sondern alles, was mit Kunst zusdammenhängt 2z. B. Schnitzereien, Webereien und vieles andere, das wir noch gar nicht kennen...

Meistens ist es so, doß die Könstler erst nach dem Tode be- röhmt werden. Sie fristen ein kömmerliches Dasein, denn wer kouft sich heute schon ein teures Bild. Der Maler hat einen schweren Beruf und obwohl er meistens nicht viel för dos Bild nimmt, kaufen die Leute doch keins. Will mon Maler werden, so haft man eine schwere Zukunft vor sich... Wir machen viele Gemeinschaftsarbeiten und hängen sie spöter in unserem Klassenzimmer duf...

Wir lernen, daß wir unsere inneren Vorstellöngen zum Ausdrock bringen können... MWan muß schon im Geföhl haben, ob man eine bestimmte Farbmischung machen kann oder nicht... Wir mössen selbständig urbeiten...

Der Zeichenunterricht wird in der höheren Schule sehr ernst genommen. Der Schöler soll frei und dos dem Ge dächtnis herdus malen. Er soll lernen, duch selbst einmal seinen Kopf dnzustrengen...

Es soll bei uns duch dos Interesse on aſten Büuten und kunsthistorischen Werken geweckt werden...

In fröheren Jahren kannten die Leufe schon den Begriff Kunst. Sie webfen Bildteppiche, von denen uns viele erhalten worden sind. Diese wurden von Mönchen gewebt. Wir hoben seſbst einen Bildteppich gewebt...

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Studie nach einer Miniator des 13. Jahrhunderts(Oberstufe)

FUNEZEHN= OUND SECHZEHNJAHRIGE JUNGEN

Durch Besprechungen und Vergleiche eignen wir uns im Laufe der Zeit einen Instinkt för gute und schlechte Bil der dn...

Ein besonderes Gebiet ist die moderne Kunst. Ohne An leitung wird man wohl koum dus einem Picasso schlau... Wir lernen genausu beobachten... Auch der Unbegabte soll lernen, durch Möhe und Fleiß eine anständige Arbeit fertigzubringen...

Die Bostel- und Drahtarbeiten mössen duch dorchdacht sein ond nicht einfach dus dem Handgelenk geschöttelt werden...

Kompositions- und Farbsfodie nach Giotto- Tempera(Oberstofe)