Herr Bundespräsident das mösische Schaffen als eine„Kraft der Menschenbildung, eine Stufe, die wesentliche Stufe zur Menschenbildong“.
PROF. GERHARD MARCKS, KOLN
Die Deutschen sind ein Volk der Ohren geworden, die Augen sind ihm abhanden gekommen. Aber es bleibt be- stehen:
Das Auge ist des Leibes Licht
ond unser edelster Sinn. Und seine Vernachlössigung hat sich bitter gerächt. Das Drillen duf zweckbedingtes Denken hat uns wohl z9 föchtigen Arbeitern, aber zu unharmo- nischen amusischen Menschen gemacht.
lch kann mich nicht entsinnen, daß auf der Schule(es war damals die beste von Berlin) je von Kunst die Rede ge— wesen wäre; so zwar, daß ich noch als Abitvrient glaubte, Bildende Konst sei Literator, weil man davon„gebildet“ wird.
Es hat inzwischen einige bemerkenswerte Anläufe zu musi- scher Erziehung gegeben. Laßt sie nicht wieder versacken!
PROF. DR. WILL GROHMANN, BERLIN
Unser öffentliches Leben leidet darunter, daß an den ent- scheidenden Stellen beinahe öberalſ Menschen dirigieren, die höchstens zur Geschichte der Kunst eine Beziehung haben, dber nicht zur Kunst seſbst. Nor um diese handelt es sich, denn för die Kunsthistorie wird mancherlei getan. Es gehört keine ungewöhnliche Begabung dazu, um nach 450 Jahren das Werk Dörers zu verstehen, dagegen eine große Aufgeschlossenheit, um das Schaffen der zeitgenös- sischen Könstler zu begreifen. Die Welt hat seit der Jahr- hunderfwende eine so große Wandlong erfahren, daß wir mit den bisherigen Methoden des Unterrichts nirgends mehr zum Ziele kommen. Die Kunst ist wie die Wissenschaft in ein neues Zeifalter getreten, sie beruht duf underen Vor-— aussetzungen als vor 1900 und fendiert zu anderen Zielen. In England und in Ameriko hat man mit einer grundsätz-— lichen Revision und einer starken Erweiterung des musi- schen Unterrichts die besten Erfahrungen gemaucht und be- neidenswerte Ergebnisse erreicht. H. Redd glaubt, doß das Wohlergehen der Völker und ihre gegenseitige Ver- ständigung von einer besseren möusischen Erziehung ab-— hänge und daß bei einer richtigen Lösung dieser Aufgabe in absehbarer, wenn auch gerdaumer Zeit, die Welt hoff— nungsvoller dussähe! Dieser Glaube ist auf alle Fölle för-— derlicher als unsere Angst vor„Utopien“.
JULES JELTSCH, SCHWEIZ
Präsident der Gesellschaft Schweizerischer Zeichenlehrer
Der Konstunterricht muß vom Kinde dusgehen und die in ihm schlummernden formschoffenden Kräfte zu wecken und zu entwickeln suchen, damit aus ihnen reine Gestaltung fließe. För das vorpuberale Alſter scheint der Weg zur Ver-— wirklichung dieser Forderung gefunden. Wenn es uns ge— lingt, auch öber das Pobertätsaſter mit seinen Spannungen die richtige Bröcke zu schlagen, können wir der Jogend das schenken, wos in der heutigen Zeit des materiglisti- schen Denkens immer mehr verlorenzugehen droht: dos Glöck und die Kraft, das wahrhaft Schöne zu erkennen und zu lieben.
Aufbou-Töpferei- Ton(Mittelstofe)
DR. JOSEF HAUBRICH, KOLN
Schöpfer der hervorragenden Sammlung Haubrich
Es ist unzweifelhaft, daß die Heranföhrung der Kinder und Jugendlichen an die Kunst der Vergangenheit und Gegen- wart eines der wichtigsten Probleme unserer Zeit ist. Die einseitige Hinneigung unserer Jugendlichen zum Sport und zum Materialismus schreit geradezu nach einem Ausgleich durch Beschöftfigung mit könstlerischen und ideellen Dingen.
OR. LUDWIG PRAEHAUSER, SAZBURG
Die Kounsterziehung besteht in der Pflege der klärenden Kräfte unserer seelisch-geistigen Lebendigkeit, also in der Pfrege der Eindruckserfassung und des quellhaften, indivi- duellen Ausdrocks. Innerhalb der schulischen Gemeinschaft wird diese Pffege bei wechselseitiger freier Aussprache frochtbar för die Urteilsbildung und leitet zu besinnlicher, betrachtender Erfassung sowohl der Wirklichkeit wie aller seelisch-geistigen Leistungen. Die Kunsterziehung ist kein Sondergebiet, kein Fach, sie ist erzieherisches Wirken in der allumfassenden Sphäre freier schöpferischer Entfal- tongen. Der zunehmenden Verwahrlosung der Empfindung för die Sprache der Formen wirkt die Kunsterziehung als noftwendige Rettung entgegen.
PROF. HASSENPFLUG
Direktor der Landeskunstschuöle Hamburg
Die könstlerische Erziehung ist die Grundlage der Koltur. Es mag im ersten Augenblick vermessen erscheinen, einen
Aufbau-öpferei- Ton(Unter- und Mittelstofe)


