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Hinsichten auf die Ewigkeit. : Erster und zweiter Theil / D. Ludwig Benjamin Ouvrier gewesenen öffentlichen Lehrers der Gottesgelahrtheit und zwyten Superintendenten in Gießen
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390 Von der Gefahr, wieder

Ich werde immer neue Reichthuͤmer und Schaͤtze fuͤr die Ewigkeit ſammlen, und mit jedem Tage feſtere Schritte thun, und jener großen Vollkommenheit naͤher kommen. Das goͤttliche Wort ſoll mein Weg⸗ weiſer werden, und die Tage und Stunden ſollen mir geſegnet ſeyn, in welchen ich oͤffentlich und in der Stille es hoͤre, leſe und betrachte. Oft will ich in dem Abendmahl Jeſu meinen Glauben ſtaͤrken, oft will ich mich zum Voraus zu meinem Grabe hinſetzen, und das Ende aller Dinge betrachten, damit ich klug werde. Steets ſoll Gottes Andenken in meiner Seele herrſchend bleiben, und mein Herz ſich zum Himmel erheben. Jezt erneuere ich bey einem neuen Leben meine heiligen Buͤndniſſe mit meinem Erloͤſer, und raͤglich will ich ſie erneuren. Genau will ich ſtets mein Leben pruͤfen, und auch die kleinſte Suͤnde ver⸗ abſcheuen. Was will mich ſcheiden von der Liebe Gottes, die da iſt in Chriſto Jeſu? Ja ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fuͤr⸗ ſtenthum, noch Gewalt, weder gegenwaͤrtiges noch

zukuͤnftiges, weder hohes noch tiefes noch keine andere

Creatur mag mich ſcheiden von der Liebe Gottes in

Chriſto Jeſu, meinem Herrn.

He hoͤre mein Gebet,

Unnd laß es dir gefallen!

Es iſt mein ganzer Ernſt,

Auf deiner Vahn zu wallen;

Ergreife, leite, Herr, Den Schwachen, der dir fleht,

Weil ſeine Bitte nicht

Aus falſchem Munde geht.

(Gieeb, daß ich redlich mich In jeder ZLugend uͤbe. Der Glaube den du willſt,

Soll fruchtbar durch die Liebe