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Hinsichten auf die Ewigkeit. : Erster und zweiter Theil / D. Ludwig Benjamin Ouvrier gewesenen öffentlichen Lehrers der Gottesgelahrtheit und zwyten Superintendenten in Gießen
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388
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Von der Gefahr, wieder

Duf Leidenſchaften nicht auf meinen Wegen Mich hin und her wie Stuͤrme werfen moͤgen; So werd ich immer edler, lihrer, freyer, Dir ſtets getreuer.

So wird mich nichts in meinem Laufe hindern Und ich empfahe dann mit deinen Kindern, Wenn du ſie kroͤnen wirſt, von deinem Sohne Auch meme Krone.

Von der Gefahr wieder in Suͤnde zu fallen.

ie traurig wuͤrde mein Zuſtand werden, wenn ich wieder zur Suͤnde zuruͤckfallen ſollte? und o wie oft werden bey den Menſchen die ſtaͤrkſten Entſchlieſun⸗ gen, die ſie auf ihrem Krankenbette machten, die heiligſten Buͤndniſſe, die ſie mit ihrem Erloͤſer errich⸗ teten, und die ſchoͤnſten Entwuͤrfe, die ſie fuͤr ihr neues Leben machten, vergeſſen; ja wie mancher iſt in der Folge ſchlimmer, eitler, laſterhafter und verkehrter ge⸗ worden, als er vorher war? Meine ganze Seele ſchau⸗ dert bey dem Gedan en, auch ich koͤnnte vielleicht in einiger Zeit, dieſe koͤſtliche Krone meines Glaubens und meiner Heiligkeit verliehren! auch ich koͤnnte in einiger Zeit dieſe Buͤndniſſe, die ich mit Gott an den Pforten der Swigkeir ſchloß, brechen, und dieſe ſo ſchaͤtzbare Ruhe meiner Seele wieder verliehren! Was fuͤr Gefahren drohen mir nicht? Die Begierden und Leidenſchaften, die Luͤſte und Suͤnden, die ich beſiegt hatte, danen w n mir, aber noch immer werden ſie wieder erwachen, und nach ihrer vorigen Herr⸗ ſchaft ſtreben In mir ſelbſt iſt einmal ein Geſeß der Slrelten und Sünde, das gegen das Geſetz des 65

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