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Hinsichten auf die Ewigkeit. : Erster und zweiter Theil / D. Ludwig Benjamin Ouvrier gewesenen öffentlichen Lehrers der Gottesgelahrtheit und zwyten Superintendenten in Gießen
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372
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372 Nach dem Genuſſe

Aber vornehmlich, wie iſt mir jezt deine Verſoͤh⸗ nung ſo koͤſtlich, deren Andenken ich jezt gefeyert, und wovon du mich heute Troſt und Segen empfinden laſſen. Ich ſtehe vielleicht noch einen kleinen Schritt von deinem Richterſtuhl, und bald wirſt du mein Leben, meinen Glauben und meine Werke richten, Was bin ich denn, und was werde ich ſeyn, ohne dich? Wo finde ich die Gerechtigkeit, die vor dir gilt? Worauf gruͤnde ich meine Hofnung und die Vergebung meiner Suͤnden? Was kann mich in mei⸗ nem Sterben und ſo nahe an dem Tage der groſen Vergeltung mit Gewißheit beruhigen? Wie bekla⸗ genswuͤrdig iſt doch hier der Menſch, welcher dich verwarf, und ſich deiner Erloſung ſchaͤmte? Ach kaͤme es bey meiner Seligkeit allein auf meine Froͤm⸗ migkeit und Tugend an, ſo wuͤrde ja, wenn ich mir auch keine vorſezliche Suͤnde vorzuwerfen haͤtte, doch mein Herz mit unbeſchreiblicher Furcht und Bekuͤm⸗ merniß zu kaͤmpfen haben. Wer darf und kann ſagen, ich habe gethan, was ich zu thun ſchuldig war. Sollte meine Reue hier genug ſeyn, ſo wuͤrde ich mich dabey nimmermehr beruhigen koͤnnen. Denn woher weiß ich, daß meine Reue genug ſeyn werde! Wie kann ich glauben, daß die Suͤnde, die mein Ge⸗ muͤth ſo tief bekuͤmmerte, durch bloße Reue abgethan werde? Wie kann Gott wohl als ein heiliger, weiſer und gerechter Gott den Suͤnder und Laſterhaften ſelbſt ſo ſicher machen, daß eine bloße Reue alles wie⸗ der gut zu machen, im Stande ſeyn koͤnne. Nein! das iſt dein heiliger, weiſer, ewig anbetungswuͤrdiger Rath, daß dein Sohn in die Welt kam, damir er die Suͤnder ſelig machte; daß wir durch den Tod deines Sohns verſoͤhnt werden, und unſer Glaube an ſein Blut uns Gerechtigkeit und Friede geben ſolle. O wie troſtvoll, mein Heiland, daß meine Seligkeit mir 41 meinem

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