362 Bey dem Genuß des heil. Abendmahls
ſondern das ewige Leben haben. In dem Abend⸗ mahl haſt du; mein Erloͤſer, das Denkmal dieſer deiner Verſoͤhnungsgnade geſtiftet; und hier finde ich daher Staͤrkung meines Glaubens, Troſt mei⸗ nes Gewiſſens und freudige lleberzeugung meines gewiſſen Antheils an deiner Erloͤſung. Eben dieſe Gnade, und dieſe frohe 1leberzeugung meiner Kindſchaft Gottes und meines groſen Erbes im Him⸗
mel giebt mir neues Leben. Meine ganze Seele huldigt dir nun auch von neuem, und meine ganze Kraͤfte heilige ich dir; dir allein zu leben und zu ſterben.
Mit ſolchen Geſinnungen trete ich zu deinem Tiſche, und ſo werde ich dir wohlgefallen, und wohl bereitet ſeyn. Hier ſchwindet alle aͤngſtliche Furcht ans meinem Herzen, und ich freue mich auf das Siegel meiner Erloͤſung und den groſen Troſt deiner verſoͤhnenden Gnade. Staͤrke nun, du Geiſt aus Gort, in mir dieſe kindliche Reue uͤber meine Suͤnde, und dieſen groſen Ernſt der Beſſerung und Heiligung; und laß meinen Glau⸗ ben an meines Erloͤſers Tod immer gewiſſer und lebendiger, und ſo die geſegneren Fruͤchte und Wirkungen dieſes Abendmahls recht herrlich in mir werden.
Deidensvolle muͤde Seele, Mach dich auf, erloͤſte Seele, Komm Vergebung zu empfangen, Denn dein Licht iſt aufgegangen Und der Herr voll Heil und Gnaden Hat dich zu ſich eingeladen. Deinen Bund ſollſt du erneuen,
Und dich ſeines Todes freuen.
Eil,


