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großen und lezten Ziel des Menſchen. 29
keiten damit beſtreiten; und was iſt denn im Le⸗ ben der Ueberfluß werth?! Noch mehr was iſt er im Tode? Nichts als der Grund meiner quaͤlenden Vorwuͤrfe, und was wird er vielleicht noch fuͤr Ue⸗ bels in den Haͤnden der Meinigen anrichten?
Und ſo iſt es doch im Grunde mit allem, was der Menſch in der Welt hochſchaͤtzt, ſelbſt den un⸗ ſchuldigſten Dingen. Nehmen ſie unſer Herz zu ſehr ein, werden ſie uns zu wichtig und ſogar die Haupt⸗ ſache in unſern Wuͤnſchen und unſerm Beſtreben, ſo werden ſie ein wahres Gift fuͤr unſere Seele, und rauben uns die uͤber alles koͤſtliche Ruhe, und die frohe Hinſicht auf die Ewigkeit. Den Gedanken des Todes machen ſie uns ſchrecklich, und unſern Tod ſelbſt zu dem fuͤrchterlichſten Feind. Der Menſch, der ſich ſo emſig draͤngte, uͤber andere erhoben zu wer⸗ den, der ſich da die groͤſte Gluͤckſeligkeit traͤumte, wenn er uͤber andere gebieten, oder den Scepter denen Großen abgewinnen, und bey ihrem Schlummer, ihrer Traͤgheit oder Schwachheit in ihrem Namen herr⸗ ſchen konnte, der dieſe erſchlichene Macht nun ent⸗ weder zum Schaden und Elend ſeiner Mitbruͤder ge⸗ braucht, oder doch nicht zu dem wohlthaͤtigen Zweck, wozu Gott Macht in Menſchenhaͤnde gegeben hat, was iſt doch er, und was der Große ſelbſt, wenn ihn der Allmaͤchtige zum Staube zuruͤckfuͤhrt; und alles die⸗ ſes glaͤnzende und erhabene Blendwert auf ewig auf⸗ hoͤrt? Nun ſteht der aͤrmſte und verachtetſte, dem er Thraͤnen auspreßte, und oft noch den Biſſen der ihn kaum halb ſaͤttigen konnte, nahm, um ihn noch dem ſatten zuzuwerfen, oder ſeinen Taͤndeleyen nachzuge⸗ hen; nun ſteht er an der Seite des gewaltigſten Mo⸗ narchen, in einer voͤlligen Gleichheit, und nur der Grad eines tugendreichen Glaubens macht den Grad des Werthes, der Hoheit und Gluͤckſeligkeit aus.
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