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Hinsichten auf die Ewigkeit. : Erster und zweiter Theil / D. Ludwig Benjamin Ouvrier gewesenen öffentlichen Lehrers der Gottesgelahrtheit und zwyten Superintendenten in Gießen
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großen und lezten Ziel des Menſchen. 23

Gewiſſen erwacht mit einmal, die Pforte der Ewig⸗ keit oͤfnet ſich; man ſieht den Richter der Welt, und nun was ſind dieſe Freuden? Wozu lebteſt du?2 Wohin biſt du gerathen? Was ſind die Gewinnſte deiner verfloßnen Tage und aller dieſer Betaͤubungen in deinem Leben? welche Bitterkeit, welche quaͤlende und marternde Vorwuͤrfe aus jenem unbedachtſamen und ungluͤcklichen Ungeſtuͤm, womit das Herz allen den Sinnlichkeiten nachhieng. Wie viel Ungluͤckliche ſeufzen uͤber dich, und was fuͤhlt dein Gewiſſen, was wirſt du dort fuͤhlen? Aber iſt es wohl weiſer und kluͤger, ſtatt die Guͤ⸗ ter des Lebens zu zerſtreuen, ſie mit aller Macht und aller Anſtrengung meiner Kraͤfte zu ſammlen 2 So gut und ſo vernoͤnftig, ja ſo gemaͤß es immer dem Geiſt des Chriſtenthums iſt, die Guͤter dieſes Le⸗ bens als Annehmlichkeiten auf meiner Reiſe, als Wohlthaten der goͤttlichen Vorſehung und als Mit⸗ tel, meine Seligkeit in jenem Leben groͤßer und herr⸗ licher zu machen, anzuſehen, ſie aus der Hand Got⸗ tes dankbar anzunehmen, und ſie als ein Haushalter Gottes uͤber dieſelbe zu dem guten Zwerk des Haus⸗ herrn zu verwalten: ſo uͤber alles thoͤricht und un⸗ vernuͤnftig waͤre es, wenn ich ſie nicht mehr als Mit⸗ tel, ſondern als Zweck ſuchen, und ſie nur um ihrer ſelbſt willen lieben, ſuchen, vermehren und erhalten wollte: wenn ich uͤber dem Irrdiſchen das Himmli⸗ ſche, uͤber dem Zeitlichen das Ewige, uͤber dem Bergaͤnglichen das Unvergaͤngliche verlieren wollte: wenn ich mein ganzes, oder auch nur mein vorzuͤgli⸗ ches Gluͤck darin ſetzen wollte; wenn ich, um nur reich zu ſeyn, oder Guͤter zu erwerben, mein Gewiſſen be⸗ flecken, ungerecht gegen andere, hart und fuͤhllos ge⸗

gen meine aͤrmere Mitbruͤder, ja auch nur wider den

Wohlſtand und unter meinem Stande handeln, mir 1 b das