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Hinsichten auf die Ewigkeit. : Erster und zweiter Theil / D. Ludwig Benjamin Ouvrier gewesenen öffentlichen Lehrers der Gottesgelahrtheit und zwyten Superintendenten in Gießen
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18 Das jetzige Leben iſt blos Vorbereitung

und fuͤhle ganz, was gut und boͤſe war. Es iſt ein Gott, und dieſer will einen weiſen Gebrauch mei⸗ nes Lebens und meiner Kraͤfte; ſein Geſetz lehrt mich, was er von mir fordere, und Gluͤck und Ungluͤck, Verderben und Segen fuͤr meine ganze Zukunft hat er mir hier vorgelege. Dieſer Gott, ein heiliger und gerechter Gott, richtet mich, und ſein Geſetz iſt die Regel nach welcher er, ja auch mein eignes Herz, das UIrtheil ſprechen wird. Er iſt heilig und unta⸗ delhaft, und er kan das Boͤſe nicht mit Seligkeiten kroͤnen; ſein Geſetz hat er nicht umſonſt gegeben, und es kan ihm nicht gleichguͤltig ſeyn, ob wir es uͤber⸗ ereten, oder mit Gehorſam ehren, und ſeinen Geſin⸗ nungen aͤhnlich ſind, oder nicht. Gut ſind alle ſeine Vorſchriften, und nichts als die weiſeſten Regeln des Gluͤcks und der Seligkeit. Nicht erſt dann wird et⸗ was ſchaͤdlich, wenn er es verbietet, nicht dann wird erſt etwas nuͤzlich, wenn er es gebietet, ſondern weil es ſchaͤdlich war, ſo gab er ſein Verbot, und weil es nuͤzlich und gut war, ſo gab er ſein Gebot. So muß denn nothwendig meine Abweichung von Gott und ſeinem Geſetz, oder meine treue und redliche Be⸗ folgung deſſelben den unfehlbaren Einfluß auf mein Ungluͤck oder Gluͤck in der Ewigkeit haben. Mein

Tod wird alſo zugleich die Summe meines ganzen Le⸗

bens ziehen, er wird mir die Ausbeute meiner guten oder boͤſen Geſinnungen und Handlungen geben, und

mit ihm tritt die Zeit meiner Aerndte von meiner hie⸗

ſigen Auſſaat an. Entweder Gluͤck oder Ungluͤck, Fluch oder Segen wartet auf mich, und nun iſt die Zeit des großen richterlichen Ausſpruchs und ſeines unwiderruflichen Urtheils uͤber mein ewiges Wohl oder Wehe. Gerecht und heilig iſt ſein Gericht: und mein eignes Gefuͤhl des Gewiſſens wird ihn rechtfer⸗ rigen, wenn er mich verdammt; ich werde in mir allein, in

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