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Hinsichten auf die Ewigkeit. : Erster und zweiter Theil / D. Ludwig Benjamin Ouvrier gewesenen öffentlichen Lehrers der Gottesgelahrtheit und zwyten Superintendenten in Gießen
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unvermeidlichen Stunde ſeines Todes. 3

Wo ſind die Menſchen, die ich in meinen erſten Le⸗ bensjahren kante, und nennen hoͤrte, die damals in ihrer beſten Lebenskraft waren? Iſt nicht der mehrſte Theil ſchon in ſeine Verweſung hinuͤber gegangen? Hier ſchuͤtzte kein Purpur, kein Thron, keine, nicht die glaͤnzendſte Majeſtaͤr, keine Kunſt, nichts ſchuͤtzte vor der Gewalt des Todes Und werde ich allein uͤbrig bleiben? habe ich allein das Vorrecht, nie zu ſterben? fuͤhle ich nicht auch in mir das Sterbliche, Nichtige und Hinfaͤllige?

Und wie? wird erſt das Alter, und die gehaͤufte Zahl der Jahre meine Kraͤfte verzehren? werde ich nur unter der Laſt der Tage endlich erliegen? Wird der lange Gebrauch allein meine Sinne ſtumpf und meine Glieder kraftlos machen? Kann ich darauf ſichere oder auch nur hoͤchſt wahrſcheinliche Rechnung machen, daß ich das fuͤr Menſchen jezt moͤgliche Le⸗ bensziel erreichen werde? Ich denke zuruͤck an meine erſten Jahre, und rufe die Gefaͤhrten meines kindli⸗ chen Alters, und dann meine Jugendfreunde ins Ge⸗ daͤchtniß, ich erinnere mich der bluͤhenden Geſund⸗ heit, der vollen Kraͤfte und der frohen Hofnung, die ſie hatten, weit in die Zukunft hineinzuleben. Ich zaͤhle nach, was von ihnen uͤbrig iſt, und finde, der groͤſte Theil iſt nicht mehr! Unſere Zahl verminderte ſich mit jedem Jahre. Nur vor weniger Zeit ſahe ich an meiner Seite noch den Freund, welcher voll Le⸗ benskraft einer langen Reihe von Jahren entgegen ſehen konnte, und er iſt nicht mehr. Da iſt faſt taͤglich einer meiner Bekannten in der Mitte ſeines Weges ein Raub des Todes, bald durch einen Zufall, bald durch eine Unordnung ſeines Blutes und ſeiner Saͤfte, bald ploͤtzlich, bald in einer langſamen und ſchmerzhaften Aufloͤſung. Noch fuͤhle ich mich ſtark, geſund und Poher Munerkeir, noch iſt kein drohen 3&.