2 Von der Nichtigkeit des Menſchen und der
ze Seele wieder auf. Ich nehme zwanzig, dreyßig, vierzig, funfzig, ſechzig, ja ich nehme ſiebenzig, achtzig und mehr Jahre, und denke ſie, was ſind ſie in dem Augenblick, worin ich jetzt bin, anders und mehr als der geſtrige Tag? ſo dahin, wie dieſer, nichts mehr und nichts anders fuͤr mich als dieſer! Sie ſind nicht mehr: ich lebe ſie nicht mehr, ſie ſind unwiederbring⸗ lich verſchwunden. Das ſchoͤnſte Leben, iſt wie das beſchwerteſte, ein Schatten ein Dampf. Ich din einem Reiſenden gleich, der ſtets von dem Orte, wo er iſt, wegeilt, und immer neue, noch unbekante Ge⸗ genden betritt, oder an den Ufern hinſchifft, und vor dem die jetzigen Gegenſtaͤnde ſo gleich verſchwin⸗ den, und neue an ihre Stelle treren. Aber ich ſelbſt gehe in dem Strohme der Veraͤnderlichkeit und der Vergaͤnglichkeit mit fort, und ſchleiche meinem Ziele immer naͤher entgegen. Den Unterſchied von einem oder einigen Tagen, von einer und der andern Woche fuͤhle ich noch nicht, ja ſelbſt den Unterſchied von ei⸗ nem und einigen Jahren merte ich nicht ſo ſehr, bis ich zu einer etwas hoͤhern Stuffe meines Alters ge⸗ kommen bin. Dann fange ich an, mit jedem Jahre zu fuͤhlen, was ein Reiſender fuͤhlt, welcher bey einer ſchon weiten und laͤngern Reiſe den gemachten Auf⸗ wand ſeiner Kraͤfte ſpuͤrt, und deſſen Weg ſo wie ſeine Buͤrde jeden Tag beſchwerlicher und laͤſtiger wird. In den erſten Jahren bluͤhet der Menſch auf, er iſt voll von Kraft und Leben, und wenn er endlich zu ſei⸗ ner vollen Staͤrke gekommen iſt, ſo iſt er einem Bau⸗ me aͤhnlich, der ſich gegen den Herbſt und Winter neigt, und Saͤfte, und Bluͤthe, Fruͤchte und Blaͤt⸗ ter ablegt. Ich gehe allmaͤhlig meinem Ziele entgegen, und unvermerkt erreiche ich das Ende meines Weges auf meiner Reiſe. Das iſt das allgemeine Schickſal
Wo
der Menſchen, und das wird auch das meinige ſeyn.
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