28 Vorrede.
auf einzelne Umſtaͤnde des Kranken gerichtet,
und muͤſſen muͤhſam ausgeſucht werden, wozu nicht jeder rmaun das Geſchicke hat; und andere beſchaͤftigen ſich a⸗ lein mit Kroſt, weicher gleich⸗
wohl nicht immer fuͤr das Herz des Kranken ge⸗ hoͤrt; und mehrentheils haben ſie den Fehler, daß ſie nicht auch zur ernſtvollen und noͤthigen
Selbſtpruͤfuug auch in ſeinen beſondern Verhaͤl lt⸗
niſſen des Lebens und zum Nachdenken uͤber die Pflichten fuͤhren, welche fuͤrs Krankenbette und zur eigentlichen Vorbereitung zu einer ſeligen Ewigkeit gehoͤren. Und auch von dieſer leztern Art wird die Zahl der Erdauungsbuͤcher nicht ſo groß ſeyn, daß ein neuer Beytrag dazu fuͤr
uͤberfluͤßig gehalten werden muͤſte. Ich habe daher zu einer ſolchen Schrift einen Verſuch ge⸗
macht. Vielt eicht iſt er, wenn gleich nicht fuͤr alle, doch fuͤr eine und die andere Klaſſe von Leſern brauchbar und nuͤtzlich. Da ich fuͤr mich ſelbſt die Pflicht fuͤhle, ſleißig auf den einbre⸗
chenden Abend und auf die ung gewiſſe Stunde des
Todes und auf die Ewigkeit hinzuſt ehen, ſo wuͤn⸗ ſche ich guch andere an dieſe Pflicht zu erinnern, und in der Aufmerkſamkeit Pfas das Ziel ihrer Reiſe durch die Welt zu erhalten. Meine Ab⸗ ſicht gieng dahin, dieſe Betrachtungen ſo einzu⸗ richten, daß ſie jedermann ohne Unterſchied ſei⸗ nes Standes, ſeines Herzens und ſeiner Um⸗ ſtaͤnde gebrauchen, und auch in ihrer Folge ohne muh gſames Ausſuchen nutzen moͤchte; daß jeder auf


