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Hinsichten auf die Ewigkeit. : Erster und zweiter Theil / D. Ludwig Benjamin Ouvrier gewesenen öffentlichen Lehrers der Gottesgelahrtheit und zwyten Superintendenten in Gießen
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12 Leben

alſo fuͤr den gemeinen Mann deſto faßlicher. Sei⸗ ne Gabe im Unterricht muß beſonders gut gewe⸗ ſen ſeyn, da die ſaͤmmtliche Perſonen, die ihn ge⸗ noſſen, beſtaͤndig eine ganz beſondere Vorliebe ſar

ihn

deren Predigtenmuſter bei Schuler vom Geſchmack im Predigen, im II. Theil im Auszug angebracht ſind, dafuͤr gehalten haben:Daß gute logiſche Ab⸗

tere Einſicht in den Zuſammenhang befoͤrdere, (Schuler II. Th. S. 221.) ſo iſt auch die Erfahrung nicht zu laͤugnen, daß die gemeine Leute die Predigten ohne Eintheilung nicht verſtehen, wenig⸗ ſtens nichts behalten koͤnnen. Und machen dieſe nicht bei den meiſten Predigern die groͤſte Haͤlfte der Zu⸗ hoͤrer aus? Nun noch hiezu genommen die Frau⸗ en, die Kinder, und alle diejenige, die nicht von Jugend auf zum Denken angehalten worden: ſind dieſe nicht ſicher in dem nehmli⸗

geuͤbteſten Denker, wird eine nicht eingetheilte Predigt ſelten von gleichem Nuzen mit einer richtig eingetheilten ſeyn. Freylich kann dieſer endlich die Eintheilung mit Muͤhe heraus gruͤbeln, und dieſes muß er thun, wenn er etwa zu ſeiner Erinnerung etwas davon aufſchreiben will. Aber wird er nicht dadurch, daß er dieſes thun muß, in der Auf⸗ merkſamkeit auf die einzelne Saͤze der Predigt ge⸗ ſtoͤrt, und wenn ihn ein Zufall aus der ſcharfen Achtſamkeit gebracht hat, was hat er dann fuͤr ei⸗ nen Faden, an den er ſich halten koͤnne, da ihm keiner gegeben worden, und er nun durch den ge⸗ dachten Zufall ſich auch keinen zu machen im Stan⸗ de iſt. Aber eine wohl eingetheilte Predigt hoͤrt man mit Vergnuͤgen, behalt leichtlich die Eintheilung, kann ſich ſolche aufſchreiben, und dann nach einem, auch mehreren Jahren der Hauptſache der Predigt ſich erinnern.

Nicht zu gedenken, daß die beſte Koͤpfe Teutſchlands,

theilung einer Predigt die Deutlichkeit und leich⸗

chen Fall? Aber ſelbſt dem Denker, dem