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Die Landesschule Pforta in ihrer geschichtlichen Entwickelung seit dem Anfange des XIX. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart : Einladungsschrift zur dritten Säcularfeier ihrer Stiftung den 21. Mai 1843 / von C. Kirchner
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auf, dann hielt der Redner des Tages, Prof. Dr. Jacob, einen Lateinischen Vortrag: De insigni Negis nostri Augustissimi sub Divi Parentis imperio felicitate, et de nostra, quae inde nata est, propria et singulari felicitate. Mit der Aufführung des Hymnus: Domine, salvum fac Regem, wurde die Redefeier beschlossen. Hierauf versammelten sich erst die Zöglinge, dann die Lehrer und Beamten der Landesschule nebst ihren Frauen zu einem festlichen Mittagsmahle, wobei dem neuen geliebten Herrscher das erste huldigende Lebehoch recht von Herzen dargebracht wurde. Auch der Nachmittag und Abend wurde festlich begangen.

Se. Majestät der König von Preussen bewährten gleich im Anfange Ihrer Regierung Ihre Huld gegen die Landesschule Pforta durch einen zwiefachen Act der Gerechtigkeit und Milde, indem Sie 1) mittelst Allerhöchster Cabinetsordre vom 16. Juli 1840 an das K. Staatsministerium zu verfügen geruhten, dass die mit der K. Sächs. Regierung stipulirte Summe von 57,500 Thlrn. zur Entschädigung der im Königreich Sachsen befindlichen Collatoren hiesiger Freistellen, deren Collatur an die Königl. Preussische Regierung übergegangen war(s. oben S. 98) nicht aus dem Vermögen der Pforte, sondern aus Staatsmitteln gezahlt werden sollte. 2) Indem Sie der Pforte für die seit 1826 aus- gefallenen Einkünfte an Zinsen, Lehen, Frohnen u. s. f., aus dem von der Krone Preussen an Weimar abgetretenen Dorfe Darnstädt, der zwischen beiden Staaten geschlossenen Convention vom 1. Mai 1826, Art. XXII,§. 107 gemäss(s. Gesetzsammlung von 1826 Anhang S. 21) ein jähr- liches Aequivalent von 151 Thalern aus der Staatskasse, mittelst Allerhöchster Cabinetsordre vom 30. September 1840 gnädigst zu bewilligen geruhten. Die Abhandlung zum Programm des Jah- res 1840:Meletemata Plotiniana hatte den Professor Steinhart zum Verfasser.

1841. Nachdem in die durch den Abgang des Adjunctus Grubitz zu Johannis vorigen Jahres erledigte erste Adjunctur der Adjunctus Fickert, zugleich als Bibliothekar, in die zweite der Ad- junct Dufft, in die dritte der Adjunct Keil eingerückt war, wurde vom vorgesetzten Königl. Pro- vinzial-Schulcollegium die eröffnete vierte Adjunctur einem ehemaligen wackeren Zöglinge hiesiger Anstalt, dem Dr. Ph. Adolph Friedrich Albert Dietrich, übertragen. Geb. zu Staritz den 2. Nov. 1816, ward er Ostern 1830 in die Landesschule aufgenommen, welche er Ostern 1835 verliess und bis 1839 Philologie erst in Leipzig, daan in Göttingen, zuletzt in Halle studirte, wo er nach bestandener Prüfung als Candidat des gelehrten Schulamtes erst bei der höhern Realschule in Halle sein Probejahr als Lehrer bis Johannis 1840 zurücklegte, dann eine Zeitlang beim Gym- nasium zu Stettin, zugleich als Mitglied des dortigen Seminars für Gelehrtenschulen, angestellt

war, von wo er Ostern 1841 hieher kam und am 19. April vom Rector, nach geleistetem Dienst- eide, feierlich eingeführt wurde.

Am 2. September ward der Anstalt die Ehre zu Theil, den Königl. Wirklichen Geheimen Rath und Oberpräsidenten der Provinz Sachsen, Herrn Ritter Flottwell zum ersten Mal in ih- ren Mauern zu sehen. Sr. Excellenz geruhten, sich die Lehrer und Beamten der Landesschule vorstellen zu lassen, hierauf die Kirche, wo der Sängerchor der Alumnen Sie mit Aufführung ei- ner geistlichen Composition empfing, die Bibliothek, die Antikensammlung, die Hörsäle, Wohnzim- mer und übrigen Localitäten der Landesschule in Augenschein zu nehmen und Nachmittags ein Paar Stunden dem Unterricht in allen Klassen beizuwohnen. Seitdem verehrt die Landesschule in Sr. Excellenz ihren theilnehmenden und für ihr Wohl thätig bemühten Gönner und Beschützer.

Das Wohlwollen und die Milde der Hohen vorgesetzten Behörden gegen die Alumnen hiesiger Anstalt bewährte sich auch in diesem Jahre aufs Neue darin, dass auf Antrag des vorgesetzten Königlichen Provinzial-Schulcollegii vom Königlichen Cultusministerium, laut An-

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