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Die Landesschule Pforta in ihrer geschichtlichen Entwickelung seit dem Anfange des XIX. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart : Einladungsschrift zur dritten Säcularfeier ihrer Stiftung den 21. Mai 1843 / von C. Kirchner
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Anhang.

Schulnachrichten vom 1. November 1842 bis 21. Mai 1843.

D-. wir, nach der Herausgabe des Programms vom 1. Novbr. v. J., nur über die Ereignisse der letzten sechs Monate zu berichten haben und das vorliegende Programm ohnehin schon zu einem ungewöhnlichen Umfange erwachsen ist, so werden wir von den Schulnachrichten aus der letzten Zeit nur das Wesentlichste mittheilen. Die ausführlichere Uebersicht des Lectionsplanes vom letzten Semester kann um so mehr wegfallen, da derselbe in dem vorstehenden Stundenplan ent- halten ist. Die Anzeige der unterdess ergangenen Verordnungen der hohen vorgesetzten Behör- den und der in den oberen Klassen während des Winters aufgegebenen Themata zu Ausarbeitungen wird im nächsten Programm nachgeholt werden; eben so die Anzeige der an die Schulbibliothek vom Hohen Königl. Cultusministerium und von Gönnern und Freunden der Anstalt eingegangenen Geschenke, zumal da das Verzeichniss der Festgaben zu dem bevorstehenden Jubiläum der Schule noch nicht als geschlossen betrachtet werden kann. Es bleiben mithin folgende Rubriken zu be- handeln übrig:

I. Chronik der Landesschule bis zum Schlusse des Jahrhunderts.

Mit Voraussetzung alles dessen, was bereits in der vorstehenden Geschichte der Anstalt von den Ereignissen der letzten Zeit angeführt ist, erwähnen wir Folgendes:

Am 1. November v. J. wurde das Stiftungsfest der Landesschule in der herkömmlichen Weise mit kirchlicher Feier, einem Redeactus der Zöglinge und Austheilung von Prämien, in ausgewähl- ten Büchern bestehend, begangen. Zu demselben war das Schulprogramm, dessen voranstehende Abhandlung: Quaestiones Suchenwirtianae den Professor Koberstein zum Verfasser hatte, aus- gegeben, in welchem auch die Themata der von verschiedenen unserer Schüler bei diesem Feste gehaltenen Vorträge verzeichnet sind. Die Prämien wurden vom Rector an folgende Zöglinge ver- theilt:) Aus Prima: 1) Robert Blochmann, aus Straussfurt: Horatii opera recens. c. not. Bentley. Lips. 1826. 2 Voll. S. 2) Ferdinand Vogel, aus Hettstädt: Taciti opera recens. c. comm. ed. G. H. Walther. Halle 183133. 4 Vol. 8. 3) Heinrich Janke, aus Cöslin: Theocriti opera ed. c. comm. Lud. Dissen. Götting. 1835. 2 Voll. 8. 4) Otto v. Wolffersdorff, aus Sondershausen: Akademische Propädeutik von C. Kirchner. Leipzig b. Vogel 1842. 8. 5) Aus Ober-Secunda: 1) Walter Burkhardt, aus Freiburg a. U.: Matthiä Griechische Grammatik. 3. Aufl. Leipzig 1835. 3 Bde. 8. 2) Rudolph Metsch, aus Suhl: W. Rein, das Römische Privatrecht und der Civilprocess. Leipzig 1836. 8. c) Aus Unter-Secunda: 1) Albert Minzlaff, aus Potsdam: K. O. Müller Handbuch der Archäologie der Kunst. 2. Aufl. Breslau 1835. 8. 2) August Eielenstein, aus Mitau in Curland: Hermann Lehrbuch der Griechischen Staatsalterthümer. 3. Aufl. Heidelb. 1840. 8. d) Aus Ober-Tertia: 1) Wilhelm Oszwald, aus Glogau: Bähr Handbuch der Römischen Litteratur. 2. Aufl. Carlsruhe 1832. 8. 2) Carl Steuber, aus Nägelstädt: Gesenius Hebräisches Wörterbuch. 4. Aufl. Leipzig 1835. 2 Bde. 8. e) Aus Unter-Tertia: 1) Adolph Sterzel, aus Pforta: Schaaf Encyclopädie der klassischen Alterthumskunde. 4. Ausg. Magdeburg 1839. 40, 2 Bde. 8. 2) Eriedrich Block, aus Weissenfels: Apollodori Bibliothecae Lib. III. Curis secundis illustr. C. G. Heyne. Gotting. 1803. 2 Voll. 8.

Am 20. November 1842, dem allgemeinen Todtenfeste, wurde im Abendgebete vom zeitigen Hebdomadarius, dem Professor Dr. Wolff, einiger alten Pförtner, die im letzten Jahre verstorben waren, feierlich gedacht und die Feier mit dem herkömmlichen Gesange: Ecce quomodo moritur iustus geschlossen. Es waren folgende: 1) Wilhelm Traugott Krug, Professor der Philosophie in Leipzig, geboren den 22. Juni 1770 zu Radis, einem Dorfe bei Gräfenheinichen. Der Pforte ge- hörte er an von 1782 bis 1788, widmete sich besonders der Philosophie, über die er zuerst auf der Universität zu Wittenberg Vorlesungen hielt. 1801 ging er als Universitätslehrer nach Frank- furt a. d. O., bis ihm 1805 in Königsberg die Professur der Philosophie übertragen wurde. Doch schon 1809 kam er in derselben Stellung an die Universität zu Leipzig, wo er bis kurz vor seinem Tode, der im Sommer 1842 in Folge von Alterschwäche erfolgte, durch Wort und Schrift vielen genützt hat. 2) Julius Ladaig Ideler, Sohn des berühmten Mathematicus Ludwig Ideler zu

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