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Berlin, war geboren 3. Septbr. 1809 und war in Pforta von 1822 bis 1828, wo er sich eine reiche Fülle philologischer Kenntnisse erwarb. Bei glücklichem Talente und nicht gewöhnlichem Fleisse erregte er bald durch mehrere Schriften, deren Güte anerkannt wurde, die Aufmerksamkeit in der gelehrten Welt, und man erwartete nicht Geringes von ihm, als er in der Blüthe seiner Jahre starb in Berlin als Privatdocent an der Universität, den 17. Juli 1842.— 3) Carl Friedrich Gott- lieb Ideler, der Onkel des vorhingedachten Julius Ludwig Ideler, war geboren zu Delitzsch 6. Dec. 1765 und war in Pforta von 1783 bis 1786. Er wurde Doctor der Medizin in Leipzig 1789 und wurde hierauf practischer Arzt in seiner Vaterstadt, wo er später auch Mitglied des Magistrats war, und von allen geachtet und geliebt in Folge von Alterschwäche starb 27. Juli 1842.— 4) Ernst Traugott Richter 1773 zu Lopitzsch einem Dorfe bei Neustadt a. d. Orla geboren, wurde in Pforta den 30. Aug. 1787 aufgenommen und wurde nach Vollendung seiner Studien Pfarrer zu Lopitzsch, seinem Geburtsorte, wo er 22. Sept. 1842 starb.— 5) Johann August Schirmer, Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Brandis, Gerichshain, Beucha und Borsdorf, geboren zu Röda in Sachsen 1755, wurde in Pforta 1769 aufgenommen und war ausgezeichneter Jurist, erst Justiz-Amt- mann in Wechselburg, dann gräflich-Schönburgischer Hofrath, als welcher er starb 28. Juni 1842. 6) Erust Leberecht Weiske, 1786 den 20. Septbr. in Pforta geboren, wo sein Vater Lehrer war. Der Schule zu Pforta gehörte er an von 1799 bis 1805. 1811 kehrte er nach Pforta, seinem Ge- burtsorte, zurück und war hier mit treuem Eifer und gewissenhafter Thätigkeit Collaborator bis 1819, wo er in Katharinenried Pfarrer wurde. Von da kam er 1827 nach Sachsenburg eben- falls als Pfarrer, wo er, von den Mitgliedern seiner Gemeinde geachtet und verehrt, 28. April 1842 starb.— 7) Ehrenfried Lallemant, geboren 9. Aug. 1822 zu Greifswalde, wo sein Vater Musikdirector war, ihm aber bald durch frühen Tod entrissen wurde. Er kam nach Pforta zu Ostern 1835; kaum war er aber in die erste Klasse gerückt, als er zu kränkeln begann, was am Ende in ein förmliches Lungenleiden überging, so dass er sich gezwungen sah, sich zu seiner sor- genden Mutter nach Leipzig zu begeben. Leider nahm sein Leiden zu, und so wurde er den Seinen 14. März 1842 durch frühen Tod entrissen.— 8) Carl Gottlob Schneider, geboren zu Senftenberg 23. Aug. 1768, wurde 1785 in Pforta aufgenommen, wo er 6 Jahre verweilte. Nach- dem er in mehreren Familien Hauslehrer gewesen, kehrte er 1816 nach Senftenberg zurück, wurde dort 1821 Rector an der Stadtschule und starb als solcher 16. April 1839.— 9) Friedrich Christian Wilhelm Vogel, Buchhändler in Leipzig, gehörte zwar der Pforta nicht an als ehemaliger Schüler und Zögling, aber wohl als wahrer und treuer Freund, der der Anstalt nützte und treu und gewissenhaft mit seinem Buchhändlergeschäfte diente und der ärmere Alumnen mit Büchern und Geschenken selbst unterstützte. Er war geboren 30. April 1776 zu Casendorf im Bayreuthi- schen und bildete sich zum Buchhändler in mehreren grösseren Orten, in Nürnberg, Frankfurt am Main, in München, in Leipzig. An diesem Orte übernahm er durch Kauf 1808 die bekannte Buch- handlung von Leberecht Crusius, die er mit Glück ehrenvoll bis 1837 fortführte, wo er sie seinem einzigen Sohne überliess. Von jetzt lebte er zurückgezogen, doch wirkend für das Wohl seiner Mitbürger, für die er mehrere öffentliche Geschäfte und Aemter verwaltete. Er starb allgemein geachtet und hochgeehrt 8. October 1842.
Am 21. December v. J. verlor die Pforte durch den Tod einen vieljährigen, treuen Beamten, den Schulchirurgus Herrn Johann Gottfried Kettner. Er war geboren den 28. August 1767 zu Schönefeld bei Artern, und bildete sich in Dresden zum Wundarzt aus. Als solcher wurde er 1792 beim Sächsischen Militär angestellt und machte die Feldzüge am Rhein, später 1806 den gegen Napoleon mit, ward bald nach der Schlacht bei Jena Wundarzt in Pegau, von wo er als Schul- und Amtschirurgus nach Pforta kam. Diesem Posten stand er 34 Jahre mit unermüd- licher Amtstreue vor, auch als Mensch und Familienvater höchst achtungswerth, und starb nach einem längeren Krankenlager gerade am Tage vor seinem 50 jährigen Amtsjubiläum, auf das er sich lange gefreut und dessen Feier sinnig vorbereitet war. Die Gedächtnissfeier hielt ihm d. 7. Januar d. J. beim Abendgebet der Adjunctus Dr. Bittcher.
Am 13. und 14. März c. wurde unter dem Vorsitze des K. Geheimen Regierungsrathes, Herrn Lepsius, die mündliche Maturitätsprüfung mit acht Jünglingen aus Prima abgehalten, welche sämmtlich das Zeugniss der Reife erhielten und am 22. März zur Universität in gewohnter Weise feierlich entlassen wurden.— Den 23. April wurde in der Kirche unserer Landesschule die öffent- liche Confirmation von 18 Zöglingen durch den geistl. Inspector Prof. Niese vollzogen, worauf 8 Tage später die Lehrer der Anstalt, in Gemeinschaft mit den Alumnen, die Communionfeier be-
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