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sammelten sich früh um 10 Uhr die Schüler, Lehrer und Beamten der Anstalt, nebst theilneh- menden Freunden in dem mit Blumengewinden und Kränzen und dem von einem Freunde der Anstalt hieher geliehenen lebensgrossen Bilde des jugendlichen Königs über dem Katheder geschmückten Betsaale, wo Gesangstücke vom Sängerchor der Schüler unter Leitung des Musikdirectors Köt- schau mit dem Vortrage Deutscher und Lateinischer selbstverfasster Gedichte(ein Paar davon sind in den Musae Portenses abgedruckt) von acht Primanern abwechselten. Die Deutsche Festrede hielt der Professor Wolff, in welcher derselbe von den Verdiensten Friedrichs des Grossen um sein Land und um die ganze Europäische Menschheit sprach und besonders von dem veredelnden Einfluss der Persönlichkeit Friedrichs auf sein Zeitalter handelte. Bei einem frohen Mittagsmahle, welches der Cötus der Alumnen so wie die Lehrer und Beamten der Anstalt mit ihren Gästen be- gingen, wurde das Andenken des grossen Preussenkönigs mit patriotischer Herzlichkeit gefeiert.
Eine andere Königsfeier, aber von sehr ernstem und wehmüthigem Charakter, beging die Pforte am 3. August, kurz nach der Rückkehr der Zöglinge aus den Sommerferien; es war die Ge- dächtnissfeier unsers am 7. Juni dieses Jahres von Gottabberufenen höchstse- ligen Königs Friedrich Wilhelm III., an eben dem Tage, welcher sonst alljährlich der freudigen Feier des Allerhöchsten Geburtsfestes gewidmet gewesen war. Für diesen Zweck war der Betsaal der Anstalt zu ernster Trauerfeier sinnig geschmückt, verhangen und mit Kerzen er- leuchtet, das lebensgrosse bronçene Brustbild des Verewigten war in demselben aufgestellt und darunter der Abdruck des Allerhöchsten letzten Willens. Früh um zehn Uhr begaben sich die Lehrer und Schüler im feierlichen Zuge in den Saal, wohin auch die Beamten und sonstige Freunde der Anstalt folgten. Nachdem der Sängerchor einen Satz aus dem Mozartschen Requiem vorge- tragen und die ganze Versammlung den Choral:„Was Gott thut, das ist wohlgethan“ gesungen hatte, betrat der Rector der Anstalt das Katheder und hielt die Trauerrede. Nachdem er im Ein- gange den Contrast dieser Feier mit der früheren dieses Tages hervorgehoben und von der all- gemeinen, tiefen und wohlbegründeten Trauer um den Verlast eines Königs, wie der Hochselige gewesen, gesprochen hatte, ging er zur Vorlesung von Höchstdessen Letzten Willen und des denselben veröffentlichenden Edicts Sr. Majestät des jetzt regierenden Königs über und zeigte hier- auf in seinem Vortrage, mit steter Bezugnahme auf die Worte des Allerhöchsten Testaments, wie die persönliche Trefflichkeit des Höchstseligen Königes, sowohl in seinen öffent- lichen als Privattugenden, die Quelle des grössten Heiles für sein Volk gewesen sei; mit Hindeu- tung auf die tröstliche Hoffnung der segensreichen Fortsetzung seines Werks durch die jugend- lich männliche Kraft Seines erhabenen Sohnes und Nachfolgers. Mit der Aufführung eines andern passenden Satzes aus Mozarts Requiem durch den Sängerchor ward diese Feierlichkeit, welche einen ernsten Anklang in allen Gemüthern fand, beschlossen.
Am 15. October dieses Jahres wurde das Huldigungs- und Geburtsfest Sr. Maje- stät des Königs Friedrich Wilhelms IV. besonders feierlich begangen. Schon Abends vorher, am 14., hatten die Bewohner der Pforte, auch von der Witterung begünstigt, durch eine festliche Illumination nicht bloss des Schulgebäudes und der übrigen öffentlichen Locale, sondern auch der sämmtlichen Privatwohnungen, verbunden mit Transparenten und passenden Iuschriften verschiedener Art, ihre patriotische Theilnahme an diesem frohen und hoffnungsreichen Feste zu erkennen gegeben. Der Morgen des 15. ward mit 21 Kanonenschüssen begrüsst. Früh um zehn Uhr versammelten sich im Betsaale die Schüler, Lehrer und Beamten der Anstalt nebst den an- wesenden Fremden zu einem feierlichen Redeact, welcher durch den Sängerchor unter Leitung des Musikdirectors Kötschau, mit Aufführung des Te Deum eingeleitet wurde. Hierauf traten
zwei Primaner mit selbstverfassten Glückwünschungsgedichten in Lateinischer und Deutscher Sprache 19*
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