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Die Landesschule Pforta in ihrer geschichtlichen Entwickelung seit dem Anfange des XIX. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart : Einladungsschrift zur dritten Säcularfeier ihrer Stiftung den 21. Mai 1843 / von C. Kirchner
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berges geführt wurden, wo sie bei einem weit in das Thal hinableuchtende Feuer patriotische Lieder absangen. Dieses Fest der Erinnerung an eins der glorreichsten Ereignisse in der Deut- schen und Preussischen Geschichte wird alljährlich erneuert und mit der Feier des Burkhardsta- ges verbunden. Die Abhandlung zum Programm dieses Jahres:Commentarü de vitis Pastorum et Inspectorum Portensium hatte den geistlichen Inspector Schmieder zum Verfasser.

1839. Da zu Anfange dieses Jahres der geistliche Inspector Schmieder nach Wittenberg als Professor und Director des dortigen Predigerseminars abging, so ward zu dessen Nachfolger der bisherige Diaconus bei der Stadtkirche zu Torgau, Herr Karl Eduard Niese vom Königl. Mi- nisterium als geistlicher Inspector und Professor bei hiesiger Königl. Landesschule ernannt, und laut Verfügung des Königl. Provinzial-Schulcollegii vom 18. December vorigen Jahres, nachdem er am 16. Januar mit seiner Familie hier eingetroffen, am 20. Januar von dem von Sr. Hochwürden dem Herrn Bischoff Dr. Dräseke dazu beauftragten Naumburgischen Superintendenten, Herrn Dr. Caspari, in sein kirchliches Amt, am folgenden Tage vom Rector in sein Schulamt feierlich ein- geführt. Geboren den 21. October 1804 zu Torgau, wurde er von seinem achten Jahre an erzo- gen in Trebitz, einem Dorfe bei Wittenberg und erhielt seine Schulbildung von 18181820 auf dem Wittenberger, dann bis 1823 auf dem Erfurter Gymnasium, studirte von 1823 1826 zu Leip- zig, dann bis 1831 zu Berlin und bis 1832 wieder zu Leipzig, erst Jurisprudenz, dann Philoso- phie und Philologie und zuletzt Theologie, wurde 1832 Diaconus in seiner Vaterstadt, von wo er hieher versetzt wurde und noch in voller Wirksamkeit ist.

Am 6. November dieses Jahres beging die Pforte die Säcularfeier der vor 100 Jahren un- ter dem Rector Freytag an diesem Tage geschehenen Aufnahme eines ihrer berühmtesten Zöglinge, des Deutschen Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock, welcher(geboren den 2. Juli 1724 zu Quedlinbhurg, wo sein Vater Commissionsrath, bald darauf Pachter des Amtes Friedeburg im Mansfeldischen war) von seinem 16. bis 22. Jahre hier seine Bildung erhielt und schon als Pri- maner, von Milton begeistert, den Plan zu seinem Messias und die Anfänge dieses Gedichts hier entwarf. Eine Bergquelle, welche die Pforte mit vortrefflichem Trinkwasser versieht, führt noch jetzt seinen Namen. Als Einladungsschrift zu dieser Feier hatte das Lehrercollegium einen genauen Abdruck der bei seinem Abgange am 21. Sept. 1745 von ihm hier gehaltenen Valedictionsrede:Declamatio, qua poëtas æpopoeiae auctores recenset Fried. Gottl. lopstockius scholae valedicturus: an deren Schlusse der abgehende Zögling sagt:Tu tandem, Porta, hujus amicitiae et nutriæ et testis oculata, Felir sis teneroque hos alumnos Tuos sinu foveas. Tui saepe nominis recordabor pius, T'egque tam- quam illius operis matrem, quod Tuo in ampleæu meditandoincipereausus sum, recolam, venerabor. Die Pforte hatte sich mit einem Verein ausgezeichneter und hochangesehe- ner Männer in Leipzig, welche als würdige Zöglinge der alma mater, mit ehrenwerther Pietät an eben diesem Tage ein glänzendes und sinniges Pförtnerfest veranstaltet hatten, in Verbindung ge- setzt, um an beiden Orten ein würdiges Säcularfest zu begehen. Zu demselben war der hiesige Betsaal festlich geschmückt, Säulen und Katheder mit Blumengewinden und Kränzen geziert. Auf der Brüstung des untern Katheders stand die lorbeerumkränzte Büste des Dichters, daneben lag zu Aller Ansicht die von Klopstock selbst unterm 20. März 1800 hieher geschenkte und vom Rector Heimbach sehr feierlich in die Schulbibliothek aufgenommene Prachtausgabe seines Messias, nebst dem sinnigen Geschenk eines Zweiges der Linde über Klopstocks Grabe zu Ottensen von ei- nem ebenfalls berühmten Pförtner, dem Hofr. Dr. Fr. Thiersch, im Jahre 1837 gepflückt und mit einer eigenhändigen Votivschrift hieher gesandt. Früh um halb zehn Uhr begaun die Redefeier

im Betsaale, zu welcher sich die hiesigen Schüler, Lehrer und Beamten nebst einer Anzahl aus- 19

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