142²
beim Künigl. Provinzial-Schulcollegium auf ein etatsmässig fixirtes Ausgabenquantum von jährlich 50 Thalern an, um daraus sowohl die Ausgaben für die Instandhaltung und fortgesetzte Verschö- nerung des Schulgartens und für die Reinhaltung des Turnplatzes und die Erhaltung seiner Ge- räthschaften zu bestreiten, als mit Bewilligung des hiesigen Forstbeamten in dem nahen Schul- walde am Knabenberge bequeme Wege und Lustanlagen einrichten zu lassen, damit den Alumnen der Genuss der schönen Natur in der hiesigen Umgebung mehr zugänglich gemacht und die Lust dazu erhöht würde. Die Königl. Behörde ging auch bereitwillig in unsere Vorschläge ein, und nachdem zu diesem Behuf ein Etatsentwurf gefordert und unterm 15. Juli eingereicht war, erging unterm 28. August c. eine Verfügung des Königl. Provinzial-Schulcollegii, durch welche nach ein- geholter Bewilligung des Königl. Ministerii vom 20. ej., die Summe von 50 Thalern jährlich für den Schulgarten nebst dem Turnplatz und für die zu machenden Anlagen auf den Etat der An- stalt genehmigt wurde, unter Bedingung jährlicher Rechnungsablegung. Seitdem hat der Schulgar- ten durch Erhöhung seines Bodens, durch Anlegung von Blumenbeeten, Anpflanzung blühender Sträucher und Stauden, durch Austrocknung des an der östlichen Mauer befindlichen Sumpfes und der Gewässer am Turnplatze mittelst eines Fontanellgrabens und Verwandlung von jenem in eine freundliche Englische Anlage vielfache Verbesserungen und Verschönerungen erhalten, und der prächtige Schulwald am Knabenberge ist äurch Anlegen verschiedener Wege und Lustplätze, zu denen auch eine in den Felsen gehauene Grotte gehört, für unsere Alumnen wie für die ganze Umgegend zugänglich geworden, und bietet bei den schönen Aussichten in das unten gelegene Saalthal angenehme und vielbesuchte Partien für Spaziergänger dar.— Die Abhandlung zum Pro- gramm dieses Jahres lieferte der Professor Wolff;„Prolegomena ad Plauti Aululariam.“
1837. Gleich im Anfange dieses Jahres ward ein ehemaliger wackerer Zögling hiesiger An- stalt, der Candidat des gelehrten Schulamtes, Herr Karl August Keil ans Weissenfels, an der Stelle des zu Michaelis abgegangenen Adjunctus Haase von hoher Behörde unterm 20. December vorigen Jahres als vierter Adjunctus hierher gemeldet am 23. Jan. vom Rector in der herkömmlichen Weise eingeführt. Geboren den 17. Mai 1812, war er Zögling hiesiger Landesschule vom 22. April 1824 bis Michaelis 1829. Hierauf studirte er in Leipzig unter HIermann und Beck Philo- logie, wo er Mitglied des philologischen Seminars und der Griechischen Gesellschaft war, bis Ostern 1832, setzte dann dieses Studium in Berlin unter Böckh, Lachmann und Zumpt fort, war Mitglied des Königl. philologischen Seminars, dann von Ostern 1834 bis Weihnachten 1836 or- dentliches Mitglied des Seminars für gelehrte Schulen, wobei er am Joachimsthalschen Gymnasium unterrichtete. Nachdem er hier in Pforta Johannis 1840 in die dritte, Michaelis 1841 in die zweite Adjunctur vorgerückt war, ward er auf unsern gehorsamsten Antrag bei den Hohen vor- gesetzten Behörden, um ihn bei seinem anerkannten Geschick und Eifer als Lehrer und Erzieher der Anstalt zu erhalten, unterm 28. Februar 1843 von des Geheimen Staats- und Cultusministers Eichhorn Excellenz zum Professor bei hiesiger Königl. Landesschule ernannt, mit einer von des Königs Majestät unterm 3. Februar c. allergnädigst bewilligten Gehaltszulage und der Erlaubniss, seinen eigenen Hausstand zu begründen, welches unterm 10. März c. vom Königl. Provinzial-Schul- collegium, als auf Hochdesselben geneigte Verwendung erwirkt, uns gemeldet worden ist. Er hat seine Hauptlehrfächer im Lateinischen, Griechischen, Französischen und in der Geschichte.
Im April dieses Jahres wurde durch eine Königl. Commission, aus dem Herrn Geheimen Re- gierungsrath und Ritter Credé von Seiten des Königl. Ministerii und dem Herrn Regierungsrath Tschirner von Seiten des Königlichen Provinzial-Schulcollegii bestehend, im Betreff der als nothwendig erschienenen Restauration des baufälligen Kirchenportals und der Verlegung der


