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Die Landesschule Pforta in ihrer geschichtlichen Entwickelung seit dem Anfange des XIX. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart : Einladungsschrift zur dritten Säcularfeier ihrer Stiftung den 21. Mai 1843 / von C. Kirchner
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Von Michaelis dieses Jahres an erhielten auch die halbjährlichen Examina der Alum- nen(s. oben S. 28 f.) eine bessere und zweckmässigere Gestalt und Einrichtung, ohne an ihrer alten Gründlichkeit irgend etwas zu verlieren. Es wurden nämlich in der Vortretewoche die tagelan- gen Sitzungen, welche Lehrer und Schüler auf's Aeusserste ermüdeten und die Theilnahme schwäch- ten, abgestellt und auf die Stunden von 79, 10 12 und 24 eingeschränkt. Die beiden er- sten Tage dieser Woche wurden zu mündlichen Prüfungen aller Klassen, jede zu 2 Stunden in drei Lehrfächern, besonders mit Rücksicht auf die zu Versetzenden, bestimmt, die übrigen vier Tage zur Beurtheilung der schriftlichen Leistungen aller Klassen in allen Lehrfächern, zugleich mit der sittlichen Censur als genügend beibehalten, und die Erfahrung von zehn Jahren hat diese Einrichtung als zweckmässig und erspriesslich bewährt.

Mittlerweile war der Vorsteher der Anstalt unterm 29. Aug. vom K. Provinzial-Schulcollegium aufgefordert, Behufs der Ausführung mehrerer in den früheren Conferenzverhandlungen zur Sprache gebrachter Einrichtungen, welche die innere Verwaltung der Landesschule wie das Unterrichts- und Disciplinarwesen beträfen, nach seiner eigenen Kenntnissnahme von der Verfassung und den Bedürfnissen der Anstalt, die Materialien zu einer baldigen persönlichen Conferenz mit der ho- hen Behörde in einem gutachtlichen Bericht zusammen zu stellen. Zu dieser Conferenz ward der Rector unterm 12. September nach Magdeburg in der zweiten Octoberwoche eingeladen und nach- dem er unterm 3. October den geforderten Bericht eingesandt, ward diese Conferenz den 12. Oct. unter dem Vorsitze Sr. Excellenz des Herrn Geh. Staatsministers und Oberpräsidenten der Pro- vinz, v. Klewitz, und des Herrn Vicepräsidenten v. Seydewitz abgehalten. Es wurden darin viele wichtige Gegenstände, besonders der Protocolle vom 1. und 2. Mai vorigen Jahres(s. oben S. 129 f.) der Entscheidung näher geführt, namentlich die beabsichtigte Theilung von Prima und die dadurch nothwendig werdende Fixirung des zweiten mathematischen Lehrers, die Verhältnisse des noch anzustellenden zweiten Geistlichen, die Verbesserung der Adjunctur, die halbjährlichen Exa- mina, die botanischen Excursionen, die Disciplinareinrichtungen der Anstalt, die Beköstigung und Verpflegung der Alumnen, die Krankenpflege, die gymnastischen Uebungen und die Badeeinrich- tung für die Alumnen, endlich die Rechnungsführung der Tutoren für ihre Empfohlenen und die jährlichen Schulprogramme. Im Betreff der halbjährlichen Examina ward die neue Einrichtung ge- billigt, die Fortsetzung der botanischen Excursionen angeordnet, die Belebung der gymnastischen Uebungen empfohlen, welche von Zeit an durch die lebhafte Theilnahme der Lehrer, besonders der Schulgartencommission, in welche der neue Rector statt des sel. Lange eingetreten war, einen neuen Aufschwung nahmen. Zur Fixirung des zweiten mathematischen Lehrers ward Hoffnung ge- macht, an eine Unterstützung des 76jährigen Schularztes Dr. Uhlich durch einen jüngern geschick- ten Collegen erusthaft gedacht und der Rector zu Vorschlägen aufgefordert. Die Errichtung ei- ner ordentlichen Bade- und Schwimmanstalt an der Saale für die Alumnen wurde beschlossen und im Frühjahr 1834 nach den Angaben des Adjunctus Grubitz, als eines Sachverständigen, auf er- statteten Bericht des Rectors, unweit des Fischhauses, zweckmässig ausgeführt und alljährlich wird dieselbe wieder hergestellt. Ferner wurden auf den Antrag des Rectors 50 Thaler zu einer Weih- nachts- und Neujahrsfreude für die in den Ferien zurückbleibenden Alumnen angewiesen, welche milde Bewilligung der hohen Behörde alljährlich auf dessfalsigen Antrag des Rectors wiederholt und endlich, laut Verfügung vom 22. März 1841, in den Etat der Anstalt bleibend aufgenommen worden ist. Zur Abnahme der für die respect. Tutoren lästigen und zeitraubenden Rechnungs- führung für ihre Empfohlenen, welche in dem Conferenzprotocoll vom 16. September 1824 als Wunsch des Lehrercollegii ausgesprochen war, und zur Uebertragung derselben an den hiesigen Rentbeamten wurde Hoffnung gemacht, und dieselbe wirklich, mit Genehmigung des Königl. Mini-

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