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Die Landesschule Pforta in ihrer geschichtlichen Entwickelung seit dem Anfange des XIX. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart : Einladungsschrift zur dritten Säcularfeier ihrer Stiftung den 21. Mai 1843 / von C. Kirchner
Entstehung
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129. war der erste der hiesigen Adjuncten, bei dem die zunächst durch die Kosten der Pensionirung Ilgens veranlasste, von den hohen vorgesetzten Behörden bereits früher beschlossene und durch Rescript des Königl. Provinzial-Schulcollegii vom 10. November vorigen Jahres angekündigte Re- duction der Adjunctenstellen, der ersten auf 450, der übrigen auf 400 Thlr. nebst freier Woh- nung und Holzdeputat, in Ausführung gebracht wurde; doch ward ihm die Verwaltung der Biblio- thek mit einer jährlichen Entschädigung von 50 Thlrn. übertragen. Er versah sein hiesiges Amt als geschickter Lehrer und Erzieher, nur leider mitunter kränkelnd, bis Ende des Jahres 1833, nachdem er Ostern dieses Jahres in die dritte Adjunctur eingerückt war. Am 21. December ging er von hier als Oberlehrer an das Domgymnasium nach Ialberstadt ab, von wo er bald darauf einem Rufe als Oberlehrer an das Gymnasium zu Schwerin folgte, bei dem er noch jetzt als Leh- rer und philologischer Schriftsteller in Wirksamkeit ist.

Kurz nach dem Abgange IIgens aus seiner geliebten Pforte(am 9. April, nicht am 18. oben S. 74) erfolgte die Einführung des bisherigen zweiten Professors, Dr. Lange als Rector der K. Landesschule, den 19. April 1831 durch den Vicepräsidenten des K. Consistorii, Herrn v. Seyde- witz und den K. Consistorialrath, Dr. Matthias, als Commissarien des Königl. Provinzial-Schulcol- legii(s. oben S. 78). Kurz zuvor war die Disciplin der Schule durch Entfernung einer nicht klei- nen Anzahl zu Gesetzwidrigkeiten unter sich verbundener Schüler gereinigt und gesichert worden. So trat Lange unter den frohesten Erwartungen Aller für das Beste der seiner Leitung überge- benen Anstalt das Rectorat an, was ihm leider nur auf wenige Monate zu führen vergönnt war. Bald nach seiner Einführung hatte er die Freude, seinen Freund und Gönner, den Königl. Ge- heimen Ober-Regierungsrath Dr. Schulze als Königl. Ministerialcommissarius eintreffen zu sehen, der 8 Tage, vom 28. April bis 5. Mai hier verweilte und am 1. Mai in Gemeinschaft mit dem Regierungsrath Stubenrauch, als Commissarius des Königl. Provinzial-Schulcollegii, eine Conferenz mit dem Rector Lange abhielt, worin wichtige Einrichtungen für die Anstalt erörtert und be- schlossen wurden, deren Hauptinhalt folgender war.

1) Die bereits im J. 1828 zur Sprache gebrachte Aufführung eines neuen Gebäudes an der Stelle des ehemaligen Tertiats Behufs der Herstellung einer Aula für die Anstalt und anderer Sääle für die physicalischen und Kunstsammlungen, so wie für den Tanzunterricht und für musikalische Uebungen ward definitiv beschlossen. Dieser Plan ist aber wegen mangelnder Geldmittel bis jetzt noch nicht zur Ausführung gekommen. 2) Zur Regulirung der Wohnungsverhältnisse der Lehrer ward festgesetzt, dass künftig jede Lehrstelle mit einer festen Amtswohnung ver- bunden sein und es bei einer Ascension keinem Lehrer frei stehen solle, seine Wohnung zu be- halten oder umzuziehen. Das Rectorat solle von jetzt an in der bisherigen Wohnung des Profes- sors Lange im Fürstenhause verbleiben, das bisherige Rectorat in der Front des Schulhauses dem dritten Professor(Jacobi I.) überwiesen werden, doch mit Abtragung der die Ansicht des Portals der Kirche hindernden Mauer um den Rectoratsgarten. Das frühere Diaconat blieb dem zweiten Professor, das Conrectorat dem fünften, das Cantorat dem sechsten, die Wohnung im obern Stock des Fürstenhauses dem vierten Professor. Diess Alles ward vom Königl. Ministerium bestätigt und demnächst ein ausführliches Wohnungsreglement unterm 15. Juni vom Königl. Provinzial-Schulcol- legium erlassen. 3) Um die zu grosse Schülerzahl auf den Alumnenstuben zu vermindern und namentlich die zu dunkeln Tischplätze an den Oefen zu beseitigen, sollen die Reservestuben in dem vordern rechten Flügel des Schulhauses zu Schülerstuben eingerichtet, die Stuben diesen ge- genüber aber dem Rector zu seinem Geschäftslocal überwiesen werden. Auch diess ward vom K. Ministerium bestätigt, nur die Einrichtung der neuen Schülerstuben bis zur Vollendung des beab-

sichtigten Baues ausgesetzt. 4) Wegen der unverhältnissmässig grossen Schülerzahl in Prima 17

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