128
verhältniss aus und die Pachtung der hiesigen Oekonomie und Feldwirthschaft übernahm der K. Amtmann(seit 1837 Oberamtmann) Herr Karl Friedrich Thränhart(s. oben S. 47) für einen jährlichen Pachtzins von 15,500 Thlr. Am 26. August ward ihm von Königl. Commissarien, dem Geh. Regierungsrath Delbrück und dem Regierungsr. Stubenrauch die Pachtung auf den Grund eines neuen Contracts, vollzogen d. 20. März 1831, und einer damit verbundenen neuen Speiseord- nung für die Alumnen der Anstalt übergeben und der Rector davon in Kenntniss gesetzt. Es ver- dient öffentliche Anerkennung, dass unter der Verwaltung des Oberamtmanns Thränhart nunmehr seit 12 Jahren sowohl der Zustand der hiesigen Oekonomie in allen Zweigen bedeutend verbessert ist als dass die Speisung und Verpflegung der Alumnen stets gut gewesen und allen billigen For- derungen entsprochen hat.
In diesem Jahre erhielt die Landesschule vom Hohen Königl. Cultusministerium ein sehr werthvolles Geschenk für ihr Kunstmuseum, nämlich die Abdrücke der im Königl. Museum zu Berlin enthaltenen antiken Gemmen, namentlich der v. Stoschischen Sammlung, in fünf schönen Ma- hagonykisten, nebst dem gedruckten Verzeichniss derselben.— Das Programm dieses Jahres ent- hielt die vom Professor Nalop gelieferte Abhandlung:„Guae fuerint in Oriente de Massia opi- niones antée Christum,“ nebst den vollständigen Schulnachrichten vom Rector.
II. Veränderungen und Ereignisse von IIgens Abgange Ostern 1831 bis zur gegenwärtigen Zeit.
Es kann dieser Zeitraum, welcher das kurze Rectorat von Lange nebst dem Interregnum bis Ostern 1832 und von da die bis jetzt eilfjährige Amtsführung des gegenwärtigen Rectors Dr. Kirchner umfasst und noch nicht als geschlossen anzusehen ist, als der des Fortschritts der Anstalt zu ihrer innern und äussern Vervollkommnung, unter den gegebenen Zeitbedingun- gen, unter der weisen und sorgsamen Pflege der Hohen vorgesetzten Behörden und unter der einmüthigen Mitwirkung eines zum grössten Theil durch vieljährigen Dienst bewährten, rüsti- gen und kräftigen Lehrercollegii betrachtet werden. Diese Vervollkommnung wird nach in- nen in der sittlich-religiösen Ausbildung der Alumnen zur wahren Humanität durch Religion, Sitte und wissenschaftlichen Fleiss, mittelst aller darauf zielenden Anordungen und Verbesserungen, nach aussen in der Vervollständigung aller Einrichtungen gesucht, die zum Wohl und Gedeihen, zur Bequemlichkeit und zum Schmuck der Schule gereichen. Es soll von diesem Allen hier nur das Wichtigste angedeutet werden, da das Wesentliche der zur Zeit bestehenden Einrichtungen schon im ersten Theile enthalten ist und die äussern Begebenheiten und Veränderungen von Jahr zu Jahr in den Schulnachrichten der Programme von uns vollständiger mitgetheilt sind.
Die letzte öffentliche Handlung des schon seit Michaelis vorigen Jahres von einem grossen Theile seiner Amtsgeschäfte entbundenen Rectors Ilgen war die feierliche Einführung des bishe- rigen Lehrers am Hallischen Weisenhause, Dr. Ph. Carl Wilhelm Ferdinand Büchner als vierten Adjunctus, den 27. Januar 1831, nachdem durch Ilgens Quiescirung und Lange's Er- nennung zum Rector der Landesschule seit Michaelis vorigen Jahres die übrigen Lehrer vorgerückt waren, Wolff in die zweite, Jacobi I. in die dritte, Neue in die vierte, Koberstein in die fünfte, Nalop in die sechste, der bisherige erste Adjunct Steinhart in die siebente Professur, Jacobi II. in die erste, Buttmann in die zweite, Lorenz in die dritte Adjunctur. Herr Dr. Büchner, unterm 5. Jan. vom Königl. Provinzial-Schulcollegium als neu ernannter Adjunctus gemeldet, war geboren den 26. Juli 1807 zu Bardewitz bei Treuenbrietzen und hatte seine akademische Bildung in Halle er- halten, wo er auch eine Zeitlang als Lehrer bei den Frankischen Stiftungen angestellt war. Er
“ TSTA—


