Druckschrift 
Die Landesschule Pforta in ihrer geschichtlichen Entwickelung seit dem Anfange des XIX. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart : Einladungsschrift zur dritten Säcularfeier ihrer Stiftung den 21. Mai 1843 / von C. Kirchner
Entstehung
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127
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Diess ist bis 1815 jährlich geschehen, hat aber aufgehört, als Pforta an Preussen überging. Im Jahre 1818 brachte der zur Ausgleichung in Dresden befindliche Königl. Preussische Commissions- rath Hütter die Stipendiensache wieder in Anregung, und in der zwischen der Königl. Preussi- schen und der Königl. Sächsischen Regierung unterm 28. December 1825 geschehenen Ausgleichung verpflichtete sich letztere, zur Entschädigung der Ansprüche der Königl. Landesschule auf die Churfürstlich Moritzischen Stipendien eine jährliche Summe von 300 Mfl.(262 ½ Thlr.) an die von Königl. Preussischer Seite zu ernennenden Stipendiaten auszahlen zu lassen(Amtsblatt der Mers. Reg. v. 1827. Extrabl. v. 24. Nov. Art. II. Abschn. 10). Der Rector Ilgen schlug unterm 17. Aug. 1828 der Behörde vor, aus diesen Fonds, statt der früheren zehn, nur 5 Stipendien, à 60 Mfl. (52 ½ Thlr.) jährlich zu stiften, wegen des verringerten Geldwerthes, welches auch angenommen ward. Mittelst Verfügung des K. Cultusministerii vom 29. März 1829 ward das Collaturrecht über diese Stipendien dem Lehrercollegium der Landesschule ertheilt, unter den oben S. 41 angegebe- nen Bedingungen. Die Realisirung der Auszahlung verzögerte sich indess bis 1830, wo das K. Provinzial-Schulcollegium unterm 28. Juli dem Lehrercollegium eröffnete, dass die Collaturscheine halbjährlich unmittelbar an den Universitäts-Rentmeister zu Leipzig einzusenden seien, und dass nachträglich auf 3 Jahre von 1827 29 die Summe von 900 Mfl. für studirende Pförtner in Leip- zig verwendet und mit der Collatur von Zeit au fortgefahren werden könne, worauf das Verzeich- niss der vom Lehrercollegium erwählten Percipienten an das Königl. Provinzial-Schulcollegium ein- gesandt und über die Stipendien in der Art, wie bis jetzt geschehen, disponirt wurde.

Zu Ostern des Jahres 1830 trat wieder eine Veränderung in der Adjunctur ein, indem in die Stelle des am 24. April abgegangenen Dr. Wex(s. oben S. 121) der Adjunct Jacobi, in des- sen Stelle Buttmann vorrückte. Die erledigte vierte Adjunctur ward vom Königl. Ministerium den 27. März dem Candidaten des gelehrten Schulamtes, und Mitgliede des Königl. Seminars für Ge- lehrtenschulen zu Berlin, Herrn Dr. Ph. Rudolph Lorenz übertragen, der den 21. April vom Königl. Provinzial-Schulcollegium gemeldet und den 9. Mai vom Rector IIgen eingeführt wurde. Geboren zu Berlin den 13. August 1804, widmete er sich nach vollendetem Schulcursus auf dor- tiger Universität dem Studium der Philologie und Geschichte, unterrichtete dann bei verschiede- nen Berliner Gymnasien, wo er sein glückliches Lehrtalent ausbildete. Er rückte hier Ostern 1831 in die dritte, Ostern 1833 in die zweite Adjunctur vor, und nachdem er vier Jahre sein hiesiges Amt mit gewissenhaftem Eifer und dem besten Erfolge verwaltet, folgte er Ostern 1834 dem an ihn ergangenen Rufe als Oberlehrer an das Gymnasium zu Cleve, von welchem er später abging, um das Direktorat des Lukkauer Gymnasii zu übernehmen.

Am 24. und 25. Juni 1830 wurde auch in hiesiger Anstalt, nach Verfügung des Königl. Pro- vinzial-Schulcollegii vom 27. Mai, die dritte Säcularfeier der Uebergabe der Augsbur- gischen Confession festlich begangen. Am 24. als dem Johannistage, wurde die Vorfeier durch eine kirchliche Beichtandacht und einen auf das Fest bezüglichen Redeactus im Betsaale veranstaltet. Am 25. als dem eigentlichen Jubeltage, traten früh um 8 Uhr erst die Gemeinde von Kösen, dann die Lehrer und Schüler der Anstalt im geordneten Zuge unter Absingung des Liedes von P. Gerhard:Ich will mit Danken kommen, durch das grosse Portal in die festlich geschmückte Kirche ein, wo die beiden Geistlichen sie empfingen. Nach der Festpredigt begingen die Lehrer und Schüler nebst dem grössten Theile der hiesigen und der Kösener Gemeinde mit einander die Feier des Heiligen Abendmahls. Diese Feier ward vom geistlichen Inspector Schmie- der in einer besondern Druckschrift näher beschrieben.

In diesem Jahre trat auch eine Veränderung in der hiesigen Oekonomieverwaltung ein. Es schied nämlich der bisherige Pachter, Oberamtmann Kuffs(s. oben S. 110) aus seinem Pacht-

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