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Die Landesschule Pforta in ihrer geschichtlichen Entwickelung seit dem Anfange des XIX. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart : Einladungsschrift zur dritten Säcularfeier ihrer Stiftung den 21. Mai 1843 / von C. Kirchner
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beim Joachimsthal'schen Gymnasium zu Berlin einziehen. Alles Uebrige mit dem Königl. Ministe- rialrescript übereinstimmend.

Hierauf berichtete Rector Ilgen unterm 21. April, dass vom Stahlfabricanten Mullar zu Ber- lin 17 Dutzend Paare ganz stählerner Messer und Gabeln nebst 34 Paar Vorlegemesser und Ga- beln, ingleichen aus der Neusilberfabrik von Henniger und Comp. in Berlin 17 Dutzend Esslöf- fel nebst 68 Gemüselöffeln und 34 Terrinenlöffeln zu dem Gesammtpreise von 428 Thlrn. 27 Sgr. angeschafft und dass diese Geräthschaften am Communiontage zu Ostern c., zum erstenmal in Ge- brauch gesetzt seien. Weiter berichtete er unterm 1. Juni, dass auch die übrigen Anordnun- gen der hohen vorgesetzten Behörden ausgeführt seien, dass man mit der neuen Tischbedienung wohl zufrieden und dass statt der täglich frischen kleinen Tischbrote grössere für 12 Personen zur Zufriedenheit der Alumnen eingeführt seien. Die Einrichtung der Utensilien in den Schüler- stuben beim Joachimsthal'schen Gymnasium sei, nach eingezogener Erkundigung, für die hiesigen Alumneustuben nicht passend und die Umgestaltung der Meubles gar zu kostspielig; daher dieser Plan bis jetzt noch nicht zur Ausführung gekommen ist. Dagegen ward, nach Bewilligung der hohen vorgesetzten Behörden, eine neue Schulkutsche angeschafft und ein Statut über deren Ge- brauch vom Lehrercollegium unterm 2. October entworfen.

An der Stelle des am 22. December vorigen Jahres abgegangenen Professors Bresler(s. oben S. 119) ward vom Königl. Ministerium unterm 15. December der bisherige Lehrer am Domgym- nasium zu Halberstadt, Dr. Ph. Johannes Ludwig Nalop, geboren den 21. October 1803, zum Diaconus und siebenten Professor berufen und am 9. Februar 1829 vom Professor Lange, we- gen Unpässlichkeit des Rectors Ilgen, in sein Schulamt eingeführt. Er blieb in demselben bis Johannis 1831, wo er von hier wieder abging.

Am ersten Pfingstfeiertage, den 7. Juni 1829, ward den Lehrern und Zöglingen der Anstalt die Ehre zu Theil, der Hohen Braut des Königl. Prinzen Wilhelm, jetzt Prinzen von Preussen, der Prinzessin Auguste von Sachsen-Weimar, auf Ihrer Reise von Weimar nach Berlin vor dem Thore der Anstalt, wo eine Ehrenpforte errichtet war, ihre Huldigung darbringen zu dür- fen. Ihre Königl. Hoheit geruhten, ein vom Primus Portensis Ihnen überreichtes Gedicht gnädigst anzunehmen und die Anrede des Rector Ilgen, welchen des Königl. Staatsministers und Oberprä- sidenten von Klewitz Excellenz Ihnen vorstellte, mit freundlichen Worten zu erwiedern. Das Festprogramm dieses Jahres lieferte der Professor Steinhart: Quaestionum de dialectica Plotini rat ione Fasc. I. nebst vollständigen Schulnachrichten vom Rector.

Im folgenden Jahre 1830 kam endlich die definitive Anweisung der Churfürstlich Mo- ritzischen Stipendien für Schüler der Pforte, welche in Leipzig studiren und die Verlei- hung derselben durch das Lehrercollegium(s. oben S. 41) zur Ausführung. Die Geschichte der- selben soll für den Zweck dieser Darstellung nur kurz angedeutet werden. Das Kapital zu die- sen Stipendien, welche ursprünglich 20 waren à 30 Mfl.(600 Mfl. jährlich) war in dem Fonds der Landesschule(laut der Fundationsurkunde von 1550) gestiftet; die Hälfte derselben ward aber vom Churfürst August den Schulen Grimma und Meissen zugewandt, so dass die Pforte nur 10 zu ihrer Disposition behielt. Das Kapital selbst aber musste im Jahre 1712 von der Schule an die Obersteuerkasse abgeliefert werden, woraus fortan die Stipendien entnommen wurden. Seit- dem hat die Schule weder die Zahlung noch die Collatur dieser Stipendien mehr gehabt. Auf die

Anregung des Grafen Hohenthal, der im Jahre 1782 als Churfürstlicher Commissarius hier war.

(s. oben S. 59) ward den 24. November 1783 vom Kirchenrathe verordnet, dass vom Lehrercol- legium jährlich einige Inspectores und Famuli zu Stipendiis könnten in Vorschlag gebracht werden.

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