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Die Landesschule Pforta in ihrer geschichtlichen Entwickelung seit dem Anfange des XIX. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart : Einladungsschrift zur dritten Säcularfeier ihrer Stiftung den 21. Mai 1843 / von C. Kirchner
Entstehung
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der Pforte und sonstiger Eingeladenen, so wie auch für die Schulbälle bestimmten grossen Saale enthält. Im zweiten Stocke, zu dem ein besonderer Eingang führt, sind die Wohnun- gen des Musikdirectors(Kötschau), des Schulhausinspectors(Roick) und des Rentamts- Controleurs(Döhlert).

Es bleibt uns noch übrig, innerhalb der Pforte des grossen und kleinen Schul- gartens Erwähnung zu thun. Der erstere, dem Oekonomiepachter zugehörig, und in schö- nem Stande gehalten, ist theils Obst-, theils Gemüsegarten und Baumschule, doch mit langen Reihen der schönsten Blumenbeete und mit anmuthigen Kunstanlagen durch den Geschmack seines jetzigen Besitzers und das Kunstgeschick seines Gärtners(Hossfeld) geschmückt, welches sich auch in dem überaus reichen und zierlich gehaltenen Blumengarten vor dessen Wohnung bewährt. Der kleine Schulgarten, oder der Schülergarten, früher gleichfalls im Besitz der Oekonomieverwaltung, ist, durch Churfürstl. Rescript vom 7. April 1785 den Alumnen zum Spielplatz, welchen sie früher bloss auf dem Platz vor der Kirche hatten, eingeräumt worden, in seiner jetzigen Gestalt allerdings der schönste Spiel- und Erholungsplatz, den eine Anstalt, wie die hiesige, sich wünschen kann, sehr geräumig(11 ¼ Magd. Morgen gross), auf der einen Seite vom muntern Strom der kleinen Saale, auf der andern von einer nicht unbedeutenden, bis zur südlichen Schulmauer hinansteigenden, mit schönen Waldbäumen aller Art und Gesträuchpartien besetzten Anhöhe eingeschlossen, an deren Fusse jede der fünf Klassen ihre eigene Kegelbahn hat, nebst den dazu gehörigen in den Wald hinauf reichenden Räumen, die mit Bänken, Lauben u. s. f. ausgestattet sind. Rings um die Ebene des Schülergartens erhebt sich ein dammartig erhöhter, sehr breiter, mit Kiess bedeckter Weg zum Ambuliren, der zu beiden Seiten mit schattenden Bäumen, und zwar längs der kleinen Saale mit Akazien und Linden abwechselnd, längs der Ostseite mit Rosskastanien, längs der Kegelbahnen mit Pappeln besetzt ist. Nur auf der Westseite sind, wegen des Fahrwegs, bloss hohe Rosenstöcke, wie auch vor den Akazien und Linden längs der Saale, wo der Rasenabhang bis zum Wasser hin mit Partien von blühenden Sträuchern und Stauden und mannichfachen Blumen verziert ist. Die von diesen Dämmen eingeschlossene Fläche ist nach vorn ein weiter Wiesenplan mit einer schattenden Platane in der Mitte, wo die Alumnen ihre Ballspiele und sonstigen Belustigungen üben. Den hintern Theil dieses Planes nimmt ein sehr geräumiger mit Kiess bedeckter Turnplatz ein, der mit allen Geräthschaften zu den gymnastischen Uebungen reichlich versehen ist, welche von den Alumnen im Sommersemester regelmässig Mittwochs und Sonnabends Nachmittags 67 und an den Studientagen von 5 7 unter Leitung eines besondern Lehrers(des Dr. Lieber) angestellt werden. Auf der östlichen Seite des Schülergartens befand sich sonst längs der Schulmauer ein mit Binsen und andern Wassergewächsen erfüllter, von Fröschen und son- stigem Ungeziefer bevölkerter Sumpf, welcher vor einigen Jahren mit Schutt und Erde aus- gefüllt, durch einen Abzugskanal trocken gelegt und seit Kurzem zu einer schönen engli- schen Gartenpartie mit einem grossen, mit Tischen und Gartenbänken versehenen Platze in der Mitte umgeschaffen ist. Auf der Westseite, nach dem Kirchhofe hin, gränzt an den kleinen Schulgarten noch der sogenannte Schieferkeller, ein altes Gebäude aus der Kloster- zeit, welches unten ein sehr geräumiges Biergewölbe des Pachters, ehemals durch einen unterirdischen Gang mit dem Milchgewölbe verbunden, in seinen obern Räumen Kornspeicher enthält. Ein anderer Bierkeller, erst 1823 erbaut, lehnt sich, dem Kirchhofe gegenüber, an den Abhang des Berges; neben demselben ist der Eiskeller des Oekonomiepachters, in dessen obern Raume die Turngeräthschaften bewahrt werden.