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Die Landesschule Pforta in ihrer geschichtlichen Entwickelung seit dem Anfange des XIX. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart : Einladungsschrift zur dritten Säcularfeier ihrer Stiftung den 21. Mai 1843 / von C. Kirchner
Entstehung
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Apparat zur Wiederbelebung von Scheintodten versehene Leichenhaus, welches an die Stelle der an der Südseite der Kirche abgebrochenen Todtenkapelle getreten ist. Weiterhin, dem Mühlenteich gegenüber, ist die Wohnung des Waschmanns, wo die Wäsche der Aluunen besorgt wird.

Dann folgt ein langes Gebäude, dem Schulhause gegenüber, mit zwei hervorspringenden Erkern. Der westliche Theil desselben enthält in seinen untern Räumen das Brauiraus mit der Wohnung des Braumeisters vorn im Erker, parterre; in der obern die Krankeman- stalt. Diese besteht aus den Wohnungen des Schularztes im ersten Stock des Erkerge- bäudes, des Schulchirurgus im zweiten Stock desselben, und aus vier hellen, wohleingerich- teten und mit allem nöthigen Apparat versehenen Krankenstuben für die erkrankten Alumnen (von 1791 94 eingerichtet), nebst der dabei befindlichen Wohnung des Krankenwärters im Mittelgebäude, über der Brauanstalt des Pachters. Früher existirte diess Alles nicht. In

Krankheitsfällen der Schüler wurde ein Arzt(zuletzt Dr. Dresde), eben so ein Wundarzt

aus Naumburg berufen. Der erste in Pforta angestellte Chirurg war der Wundarzt Mahler welcher im J. 1784 angenommen die gegenwärtige Wohnung bezog. Der erste Schulart war der Dr. Hendrich aus Langensalza, im J. 1788 herberufen, welcher die vom vorma- ligen Schulverwalter Franke bis zu seinem Tode inne gehabte Wohnung bezog, worin sich noch jetzt der emeritirte Schularzt Dr. Uhlich befindet. Das Krankenlocal der Alumnen war früher mangelhaft genug in der Wohnung des Schulschneiders, welcher zugleich Kran- kenwärter oder Siechmeister war. Wenn zur Zeit ein Alumnus erkrankt, so meldet er sich sofort beim Schularzte oder wird bei ihm gemeldet, der nun seinen Zustand untersucht und ihn auf die Krankenstube unter seine und des Wundarztes besondere Pflege und Obhut nimmt, welches mittelst eines von ihm unterschriebenen Zettels dem Hlebdomadarius alshald angezeigt wird. Auf der Krankenstube ist für alle Bedürfnisse der Kranken wie der Gene- senden gesorgt und eine besondere Krankenkost wird ihnen, wo es nöthig ist, nach Vor- schrift des Arztes von dem Pachter verabreicht. Ihre Wartung und Pfege bei Tag und Nacht besorgt der eigens dazu angestellte Krankenwärter, und wo der Arzt es für nöthi erachtet, werden noch ausserordentliche Krankenwärter zu Hülfe genommen. In vedemdi- chern Fällen geschieht den resp. Eltern oder Vormündern von den Tutoren sofort Meldung Den Reconvalescenten wird vom Arzte nach Umständen die Bewegung in freier Luft. stattet und für ihre angemessene Besohäftigung wird gesorgt. Der Rector und der nebdo- madar, denen täglich Bericht erstattet wird, führen auch über die Krankenstuben die nöthige Aufsicht, und die Stunde der Rückkehr der Genesenen ins Schulhaus wird dem Hlebdomadlr mittelst Zettels vom Schularzte gemeldet. Bei der im hiesigen Thale herrschenden gesun- den Luft und der gesunden Kost und Lebensweise der Alumnen sind die Uapasslichiteiten hier in der Regel nur leichterer Art, meist in Erkältungen oder Diätfehlern bestehend. Eine Masernepidemie, seit zehn Jahren die erste, ist im verwichenen Jahre, ob sie gleich Viele ergriff, schadlos vorüber gegangen. Im Durchschnitt können die Fkrankungen auf ein bis zwei Procent der Schülerzahl, nur in seltenen Fällen mehr, berechnet Vertlen

Unter den übrigen Gebäuden bedürfen die für ökonomische Zwecke keiner weitern Er- klärung, und nur von dem im J. 1819 und 20 neu aufgeführten östlichen Erkergebäude(was ehedem zu ökonomischen Zwecken und zu Wohnungen für den Füchschreiber Korn- schreiber und den Actuarius diente), ist zu bemerken, dass dasselbe in seinen untern Räu- men und im ersten Stock die Wohnung des Oekonomiepachters der Anstalt(Oberamtmanns Thränhart), nebst einem für allgemeine festliche Zusammenkünfte der Lehrer und Beamten

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