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Die Landesschule Pforta in ihrer geschichtlichen Entwickelung seit dem Anfange des XIX. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart : Einladungsschrift zur dritten Säcularfeier ihrer Stiftung den 21. Mai 1843 / von C. Kirchner
Entstehung
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die vorn durch einen runden, bis zum Boden hinaufführenden Treppenthurm von aussen ver- bunden sind. Das Erdgeschoss besteht aus gewölbten Räumen, wovon die eine Abtheilung, links vom Treppenthurm und vom Durchgange zum Schulgarten, das ehemalige Gerichts- local bis 1817, jetzt die Wohnung des Nachtwächters bildet. An diese stösst im Norden die Wohnung des Gärtners, ein neuer Anbau. Die andere Abtheilung, rechts von diesem Durchgange, enthält die Milch- und Vorrathsgewölbe des Pachters, weiterhin die Keller des Rectorats. Der erste Stock, früher die Wohnung des ersten hiesigen Verwaltungs- beamten, des Commissionsraths Herbst, daher damals die Haushaltung genannt, ward 1823 dem zweiten Lehrer, Professor Lange, eingeräumt und als dieser Rector wurde, 1831, für immer zum Rectorat bestimmt. Der zweite Stock hat einen sehr grossen Vorplatz, den Fürstensaal, der zu drei Wohnungen führt. Die erste, links, die sogenannten Fürsten- zimmer, war bis 1807 die Wohnung des Adeligen Schulinspectors, wenn derselbe in Pforta sich aufhielt; seitdem ist sie dem jetzigen Rentbeamten, Commissionsrath Teichmann, ein- geräumt. Die zweite, mittlere, besteht aus mehreren Zimmern, den sogenannten C ommis- sionszimmern, früher zur Wohnung des Justizamtmanns gehörig, die seit 1821 zur Auf- nahme von Mitgliedern hoher vorgesetzten Behörden als königlicher Commissarien, bestimmt und desshalb stattlich decorirt und möblirt sind. Das grössere dieser Zimmer wird auch zu den wöchentlichen Synoden des Lehrercollegii benutzt. Die dritte Wohnung, rechts nach der Südseite, ist die ehemalige Wohnung des hiesigen Justizamtmanns, im Jahre 1820 dem damaligen vierten Professor(Jacobi I.) eingeräumt und seit 1831 vom jetzigen vierten Professor(Koberstein) bewohnt. Es gehören dazu, wie oben bemerkt, die Zimmer des zweiten Stocks vom ehemaligen Conrectorat, dem südlichen Quergebäude.

Ein sehr merkwürdiges Baudenkmal der ältesten Zeit, welches vom Fürstenhause ost- wärts in den Schulgarten auf 50 Fuss Länge, 18 Fuss Breite(im Lichten), 3 Fuss Mauer- dicke(durchweg) sich erstreckt, mit einer noch jetzt im Rectoratskeller und im Milchge- wölbe befindlichen Vorhalle, ist die Byzantinische Kapelle, oder vielmehr eine kleine Kirche aus Quadern, im edelsten Byzantinischen Rundbogenstil erbaut, deren erst seit wenigen Jahren aufgeräumtes und gereinigtes Chorgewölbe mit seinen schönen dreifachen Säulenbündeln Puttrich Taf. 9 dargestellt und S. 8 10 von dieser Kirche ausführlicher gehandelt hat. Das Schiff derselben, bedeutend höher als das Chor, hat zwei herrliche Kreuzgewölbe, zu beiden Seiten von drei gleichfalls dreifachen und mit schönen Kapitälern geschmückten Säulenbündeln getragen. Schade, dass dasselbe im obern Theile vom Rentamtsarchiv, im untern von einem später hineingebauten Kellergewölbe ganz verdeckt wird! Man hält dieses Gebäude für die Privatkapelle des Abtes, wozu seine Lage berechtigt. Letztere verbietet, es für die ursprüngliche Kirche anzusehen; aber der Baustil zeigt(wie Puttrich andeutet) auf die älteste Zeit, zwischen 113640.

Wir wenden uns nun zu den Gebäuden, welche zur linken Seite der Pforte gehören. Hier finden wir gleich links vom Eingange längs der westlichen Pfortenmauer die Wohnung des Kirchners und Schreiblehrers(Grässner), welche in der neuern Zeit(seit 1823) bedeu- tend erweitert und verbessert, auch mit einer Elementarschulstube versehen worden ist. Weiterhin ist die Wohnung des Tanzlehrers(Roller), in der ehemaligen Frohnveste, welche seit 1817 für ihn eingerichtet ist. Der hieran stossende sogenannte Marterboden(eliema- liges Amtsgefängniss), ein ebenfalls massives Gebäude, dient zu ökonomischen Zwecken. Unter den übrigen Gebäuden auf der Nordseite der Pforte erscheint zunächst bemerkenswerth das erst vor zwei Jahren neu erbaute, sehr zweckmässig eingerichtete und mit dem nöthigen

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