Druckschrift 
Die Landesschule Pforta in ihrer geschichtlichen Entwickelung seit dem Anfange des XIX. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart : Einladungsschrift zur dritten Säcularfeier ihrer Stiftung den 21. Mai 1843 / von C. Kirchner
Entstehung
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zu gewissen Zeiten des Tages zum Umkleiden für Einzelne eröffnet, ausserdem nur auf Erlaubniss des Hebdomadars.

Den untern, östlichen Theil des Schulhauses nimmt der Tanzsaal ein, welcher im Jahre 1804 neu erbaut und sehr anständig und zweckmässig eingerichtet und decorirt ist. Seine Länge beträgt im Ganzen, mit dem erhöhten Orchester, 44 Fuss, die Breite, mit den erhöhten und durch eine Colonade vom Tanzplatze geschiedenen Abseiten, 40 Fuss, die Höhe 12 Fuss. Eine Treppe führt vom Corridor, der XI. Stube gegenüber, hinauf. Hier werden nicht bloss die täglichen Tanzlectionen, sondern auch, bei besondern Gelegenheiten, Rede- actus, Musikaufführungen u. s. w. abgehalten.

In dem Seitenflügel des Vorderhauses vom Schulgebäude befindet sich im zweiten Stock, wohin man vom Schülercorridor aus durch eine Thür gelangt, eine Reihe von Zimmern, die theils zu Zusammenkünften des Lehrercollegii, theils zum Geschäftslocal des Rectors, theils zur Bewahrung des physicalischen und mathematischen Apparats und zu sonst vor- kommenden Zwecken bestimmt sind. Vorläufig werden sie, das physicalische Cabinet aus- genommen, vom Schularzte Dr. Söchting bewohnt.

Aus der nördlichen Seite des Kreuzganges gelangt man nach Osten, den Speisesaal und das Remter vorbei, durch einen dunkeln Vorplatz in das sogenannte Wasserhöfchen, dessen linke Ecke die Scheuerküche, 1804 neu angelegt, einnimmt. Aus diesem führt ein

Gang einige Stufen hinab in den östlichen Pfortenhof, der von drei Seiten mit Gebäuden

eingeschlossen ist. Das mit dem Schulhause verbundene Küchengebäude zur Linken enthält unten das Schlachthaus und ein Vorrathsgewölbe des Pachters, zu dem eine Treppe von aussen führt, dann die Wohnungen des Kochs und des Küchengesindes, oben die Wohnung des Zeichnenlehrers,(Prof. Oldendorp), wo vor 1817 ein Theil des hiesigen Gerichtsper- sonals, nämlich der Actuarius und die Amtscopisten wohnten.

Die südliche Seite des genannten Pfortenhofes schliesst eins der ältesten hiesigen Ge- bäude, vermuthlich die ursprüngliche Abtswohnung, mit ansehnlichen gewölbten Räumen im Erdgeschoss, die sich vom östlichen Kreuzgange bis zur Byzantinischen Kapelle, die in den Schulgarten vorspringt, hinziehen, und südwärts unter dem Conrectorat ein schönes uraltes Portal haben(bei Puttrich Taf. 10. Text S. 13). Gegenwärtig gehört ein Theil dieser Räume zu der darüber befindlichen Lehrerwohnung, ein Theil bildet das Oelgewölbe der Haushaltung, ein Theil, nach dem Hofe hin, die Böttcherwerkstatt, worin das Gewölbe her- ausgenommen ist. Die obern Zimmer im ersten Stock dieses Gebäudes und des daran stos- senden nördlichen Flügels, welcher bis zum Gange aus dem Wasserhöfchen reicht, und im Erdgeschoss das geräumige Fleischgewölbe des Pachters enthält, bilden das ehemalige Con- rectorat, jetzt die Wohnung des 5. Professors(Dr. Jacob), von welcher im J. 1787 ein Paar Zimmer zur Haushaltung abgenommen wurden, worin zur Zeit das Rentamt ist, zu dem von unten aus dem Hofe eine eigene Treppe führt. Den Aufgang zum Conrectorat bildet die grosse Treppe, welche vom untern Schülercorridor in den Kreuzgang hinab führt. Die obern Zimmer im zweiten Stock dieses Gebäudes, über dem Conrectorat und dem Rentamt gehören zu der oben im Fürstenhause befindlichen Wohnung des vierten Professors.

Das Fürstenhaus, ein ansehnliches schlossähnliches Gebäude, im Jahre 1573 vom Churfürsten August, Moritzens Nachfolger und grossem Wohlthäter der Pforte, entweder von Grunde aus oder doch in seinen obern Theilen aufgeführt,(Bertuch Ed. II. T. I. p. 52), um bei seinem öftern Aufenthalt hier eine Wohnung zu haben, schliesst den Pfortenhof von Osten und hält in der Länge 172 Fuss, in der Breite 38 Fuss. Es hat zwei Stockwerke,

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