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bringen. Dieses Geschäft wird in beiden Tertien von allen Mitgliedern der Reihe nach eine halbe Woche, in den übrigen Klassen vom Primus und Secundus verschen.
Nach dieser Darstellung der Schülerverhältnisse fahren wir in der Beschreibung der Locale fort. Ueber der Küche, unter der 12. Stube und der gegenüberliegenden grossen Stube des Hülfsaufwärters, der alten Tanzstube, welche jetzt im Winter zu den Voltigirübungen der Alumnen benutzt wird, befindet sich die seit 1826 mit bedeutendem Kostenaufwande höchst zweckmässig eingerichtete im Winter geheizte Waschstube der Alumnen, welche mit einer Reihe von Waschtischen mit zinnernen Waschbecken und zinnernen Wasserbehäl- tern darüber und mehreren Wasserkufen, welche alle Abend von den Aufwärtern frisch ge- füllt werden, versehen, mit Fliesen gepflastert ist, über denen verbundene Holzleisten zum Auftreten liegen. Alles ausgegossene Wasser läuft von selbst in einer Rinne über die unten durchgeleitete kleine Saale ab, welche nicht weit davon auch alle Unreinigkeiten der wohl- angelegten Schulsecesse aufnimmt. Zum Waschen begeben sich die Alumnen gleich nach dem Aufstehen, ein Schlafsaal nach dem anderen, den Corridor hinab und ein Wochen- inspector führt dabei die Aufsicht. Doch ist die Waschstube auch zu gewissen Tageszeiten zum Gebrauch eröffnet.
Vom Corridor führen Treppen an fünf verschiedenen Stellen zu den sechs grossen Schlafsälen hinauf, welche nebst dem Tanzsaale den ganzen obern Raum des Schulhauses, von der Fronte an bis zum hintern Ende desselben einnehmen, und das obere Stockwerk desselben, mit hinlänglich grossen Dachfenstern bilden. Durch diese Fenster zu beiden Sei- ten, welche bei Tage eröffnet sind, im Winter aber Nachts mit Strohsäcken gegen die eindringende Kälte geschützt werden, erhalten die Schlafsäle reichlich Luft und Licht und haben zudem noch Deckenöffnungen nach dem Schulboden zur Lüftung. Stets sauber ge- halten und grün übertüncht bilden sie mit den Reihen der reinlichen Betten einen freund- lichen Anblick, der nur durch die Koffer der Schüler etwas gestört wird, worin sie ihre Wäsche verwahren, um sich daselbst an- und auszukleiden, was an keinem andern Orte geschehen darf. Eine von der Decke herabhängende, mit einem Schirm rings umher ver- sehene Laterne erhellt jeden Schlafsaal die Nacht hindurch, wie überhaupt alle Räume des Schulhauses, Corridor, Treppen, Kreuzgänge und Höfe zur Abendzeit bis zur Nacht reichlich durch Laternen erhellt sind. Auf jedem Schlafsaale befindet sich ein abgesondertes Secess für nächtliche Bedürfnisse, eine Klingel zum Herbeirufen der Aufwärter und ein Kasten mit einem Rettungssacke in Fällen der Feuersnoth, der im Fensterrahmen ausgespannt die Be- wohner zur Erde hinablässt.
Es gehören aber zu jedem Schlafsaale die Bewohner von je zwei Stuben, deren Betten in einer bestimmten Ordnung, sämmtlich von einander durch Zwischenräume getrennt, auf- gestellt sind. Die Bettstellen liefert die Anstalt. Sie sind alle von gleicher Grösse, grün angestrichen, am Fusse mit einem aufgeklappten Bänkchen zum Ausziehen und einer Latte mit Kleiderhaken versehen, an welcher ein gelb lackirter Schild mit dem Namen des Inha- bers befestigt ist. Die vorschriftsmässigen Bettstücke der Alumnen, welche sie von Hause mitbringen müssen, sind: eine 5 Fuss 6 Zoll lange, 2 Fuss 4 Zoll breite Matratze, in der Regel von Pferdehaar, nebst einem gleichen keilförmigen Kopfkissen, doppelte Betttücher und Ueberzüge und eine wollene oder wattirte Decke. Federdecken sind im Sommer gar nicht, im Winter nur ausnahmsweise gestattet. Am ersten jedes Monats werden alle Betten von den Aufwärtern frisch überzogen und die unreine Bettwäsche vom Waschmanne abge- holt. Auf den Schlafsälen dürfen sich die Alumnen bei Tage nicht aufhalten. Sie sind nur


