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kein Vermögen und ihre Bedürfnisse werden aus dem Schulfonds bestritten. Die hiesige Kircheninspection besteht aus dem ersten Geistlichen, dem Rector und dem Schulhausinspector. Die Gemeinde bedient sich des seit 1797 durch Reinhard, v. Zedtwitz und Tittmann neu besorgten Dresdner Gesangbuchs, zu dem ein Anhang für die hiesige Schule, vom Prof. Lange besorgt, 1827 hinzugekommen ist. Die jetzige innere Einrichtung der Kirche be- steht seit 1787, namentlich die Orgel, die Kanzel und die Schülerstühle. Nordwärts der Kirche erstreckt sich, mit derselben parallel und durch Seitenflügel, die den Kreuzgang einschliessen, mit ihr verbunden, das zweite Hauptgebäude der Pforte, das Schulhaus. Dieses Gebäude hat freilich gegenwärtig ein ganz anderes Ansehen als in den Klosterzeiten, wo nur der den Kreuzgang schliessende Theil bis zur ehemaligen Tel-
lerküche(jetzt Prima) bestand. Den anderen Theil, von hier an bis zur Fronte des Schul- E hauses, hat Churfürst August, um Raum für die, zu dem erstern Hundert hinzugefügten l funfzig Knaben und zu Lehrerwohnungen zu schaffen, im J. 1568 unter dem Namen des 2
„Neuen Schulhauses“ erbauen lassen, wie eine Inschrift an der Nordseite bezeugt(Scha- melius deutsches Chronicon, S. 193) und das Frontgebäude ist erst 1799, so wie es jetzt 5 dasteht, errichtet worden. Im Erdgeschoss des Schulhauses befindet sich in der Fronte,
rechts vom Eingange der Betsaal, 44 Fuss lang, 40 F. breit, 12 F. hoch, durch 4 Säulen 1
gestützt, geräumig genug, um sämmtliche Schüler nebst den Lehrern und sonstigen Besu- 5 chenden bei Schulfestlichkeiten zu fassen. Er empfängt von drei Seiten sein Licht, ist mit 2 einer Orgel(welche der die Organistenstelle bekleidende Alumnus beim Früh- und Abend- 22
gebet und sonstigen Schulfeierlichkeiten spielt), einem doppelten Katheder und zwei Reihen von Subsellien und Tischen bequem eingerichtet und zu allen Schulversammlungen bestimmt.
Links vom Eingange, dem Betsaale gegenüber, ist das Ober-Secundanerauditorium, von wel- 4 chem eine Treppe zu den oberen Stockwerken führt. Von hier geht im Innern der untere V 9 oder vordere, fälschlich so genannte lange Kreuzgang, den links von Ober-Secunda an eine V 3 Reihe von gewölbten Gemächern, zu Holzställen und anderm ökonomischen Bedarf bestimmt, ls rechts der ehemalige Rectoratshof begränzt, bis zum eigentlichen oder oberen Kreuzgange, zu b dem eine Treppe aus dem untern hinan führt. 1 Dieser Kreuzgang schliesst von vier Seiten den nett und freundlich gehaltenen Primaner-— 3 8 garten ein, in dessen Mitte ehemals ein Brunnen war(im J. 1783 neu angelegt, mit einer 8 Pumpe und einem verschlossenen Brunnenhäuschen versehen) aus dem die Schüler ihr Trink- 2 wasser holten, später verschüttet; jetzt steht ein schöner Kastanienbaum mit Bänken umher b an dessen Stelle. Der helle und geräumige, rings mit Quadern gepflasterte, Abends erleuch- n. tete Kreuzgang, welcher den Alumnen Abends im Winter und sonst bei schlechtem Wetter b zum Ambuliren dient, bildet auf der Nordseite längs der Kirche eine Doppelhalle, in der 2 Mitte von schlankem, wegen ihrer Verzierungen merkwürdigen Säulen getragen, wovon der m innere Theil, der sogenannte Poëtengang, nur von den Primanern zum Spazieren benutzt e wird. Am östlichen Ende desselben ist der Eingang zur Kirche für die Alumnen und alle S Bewohner des Schulhauses. An der Westseite des Kreuzganges befinden sich drei sehr geräumige, gewölbte Auditorien; das erste, zunächst der Treppe, die zum obern Stock führt, ist das ehemalige Bibliothekslocal, jetzt zum Auditorium für Ober-Tertia neu und 1 schön eingerichtet; das folgende, in früherer Zeit Prima, jetzt Unter-Secunda; das 1 dritte, bisher Ober-Tertia, früher der dritten Klasse(Mittel-Secunda) bestimmt, dient d jetzt für den Gesangunterricht und als Hülfsauditorium. Ueber diesen drei Auditorien und V 1
dem westlichen Kreuzgange bis zur Kirche und zum Theil an diese angebaut bis in den 12


