Druckschrift 
Scholae Portensis A Mauritio Princ. Duce Saxoniae A. D. XII. Cal. Iunias A. MDXLIII Feliciter Conditae Sollemnia Saecularia Diebus XX. XXI. XXII. Maii A. MDCCCXLIII. Pio Festoque Ritu Celebranda Indicit Et Scholae Fautores Et Amicos Omnes His Sollemnibus Ut Benigne Interesse Velint Collegii Magistrorum Portensium Nomine Invitat / C. Kirchner ...
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Ziel zu erreichen, auf das es hier ankommt; nicht, weil sie das Ziel selbst sind, sondern das unerlässliche Mittel zur Erreichung des Ziels. Dem Mittel als dem Zwecke leben, wäre der Tod, das Mittel zum Zwecke zu machen, würde eine Aussaat des Todes sein. Die sich selbst offenbare Geisteswelt ist das Ziel, diese offenbare Welt des Geistes aber ist das Wort, desshalb geschehen diese Uebungen am Wort. Aber nicht an dem lebendigen Wort, damit das Leben mibht zum Mittel herabgesetzt werde, sondern an einem todten W ort aus einer fremden Welt, es möchte sonst das junge Geistesleben in seiner ersten Blüthe getödtet werden. An dem todten, aber einst lebendigen Worte, aus einer fremden längst vergangenen, aber einst schönen herrlichen Welt, werden diese ersten Versuche vorgenommen zu einer gründlichen Er- forschung und Frkenmtniss des Wortes. Hier soll der Knabe seinen Blick üben: scharf sehen, sicher unterscheiden, nichts gering achten, in Allem eine Bedeutung finden, jeder Oberflächlichkeit und Zerstreuung auf immer entsagen lernen. Wie der Knabe die Worte mit scharfem Blicke ansieht und sie nach ihren leisesten Veränderungen unterscheidet! so klar und scharf wird er einst die Begriffe von einander scheiden. Wie er die so unterschie- denen überblickt und die zusammengehörigen zu einer innern Einheit mit einander verbindet! so sicher und fest werden sich künftig in seinem Geiste die Urtheile gestalten, wenn das zu ein- ander Gehörige sich in ihm zu einer nothwendigen Einheit verbinden wird. Diese Uebungen geschehen in der ersten Lectüre der alten Klassiker. Allein er unterscheidet und verbindet sie nach bestimmten und feststehenden Gesetzen, alles Willkürliche und Beliebige des Verfah- rens ist von diesem Gebiete verbannt und ausgeschlossen. Diese Gesetze schreibt ihm die Grammatik, für die Unterscheidung der Worte nach ihrem Begriffe in ihrem etymologischen, für ihre Verbindung zu Urtheilen in ihrem syntaktischen Theile vor. So wird er einst die Gesetze der geistigen Welt zu erforschen streben, bevor er wird sagen wollen, dass er die geistige Welt verstehe. Das ist das Mittel, durch welches Bexgriff und Urtheil in ihm entwik- kelt und gebildet werden.

Es pleibt nur noch ein Gebiet übrig, auf welchem der Geist des Knaben geübt werden muss, wenn er für die Welt der Wissenschaft tüchtig werden soll; das ist das Gebiet des Schlusses, in gewisser Beziehung wohl das höchste und wichtigste von al- len. Auf diesem letzten Gebiete wird die geistige Welt eine freie schaffende Welt, nicht mehr bloss das Gegebene aufnehmend und das Verbundene als Verbundenes zusammenſas- send, sondern Verborgenes entdeckend und nie Dagewesenes ins Dasein hervorrufend. Man könnte es die Weissagung in der Wissenschaft nennen, wenn sie nun sagt: So ist es, denn so muss es sein. Allein diese Seite der Wissenschaft kann nicht geübt werden an dem Worte: Schlüsse mitzudenken, Schlüsse nachzubilden, das kann man einüben an dem gegebenen Worte, aber freie Schlüsse schaffen nicht. Das kann der Geist nur auf ideellen Gebieten lernen. Diese Aufgabe vollzieht der Unterricht in der Mathematik. Auf dem Boden ihrer so einfachen Welt, aus den reinen Elementen des Raumes und der Eins lehrt sie den Knaben ihre ideellen Gestalten und Functionen schaffen, die Gesetze derselben erkennen und ihrer Nothwendigkeit und Allgemeinheit vertrauen, und stählt seinen Geist für den stillen ruhigen Gedanken: so ist es und wenn tausend Augen es nicht sähen: So ist es, denn so muss es sein. So wird die Mathematik ihm das Vorbild aller wahren Wissenschaft. Fasse die Begriffe, wo sie schwerer sind als hier, so scharf wie hier, werde Dir Deiner Aufgabe, wo ihre Fragen verwickelter sind als hier, eben so klar bewusst wie hier, und verfahre in ihr ebenso vorurtheils- frei und absichtslos wie Du hier verfährst, und vertraue darauf, dass aus der Wahrheit Dir ewig