Maria hieß die Freyin nicht, Sie war es aber nach den Wercken. Was GOTTES Wort von jener ſpricht, ließ Sie an Sich hoͤchſtruͤhmlich mercken: Sie hatte Luſt am Wort des HERRN, Sie laſ' und hoͤrte ſolches gern,
ſo hatte Hertz, und Aug' und Ohren
ja wohl das beſte Theil erkohren,
Eins, welches Noth, erwehlte Sie
und ſah um ſolches ſpat und fruͤh.
Hierauf erfolgten jederzeit die Fruͤchte, ſo daraus entſprieſſen: Was ließ die milde Guͤtigkeit den armen Nechſten nicht genieſſen? Wie war Ihr hoher Ehren⸗Stand mit wahrer Demuth nah verwandt! Wie treu war Sie Gemahl und Freunden! wie williglich verzieh Sie Feinden! wie trug Sie mit Gelaſſenheit das zugeſchickte Hertzenleid!
Der Martha Nahme war dann auch
8 r Der Frau von Garben ucht gegeben doch hatte Sie es im Gebrauch nach Martha Sorg und Fleiß zu leben. Sie brach der GOttesfurcht nichts ab, indem Sie Sich zu ſchaffen gab, daß, wenn Ihr Herꝛ nach hohen Pflichten des Kayſers Winck hatt' auszurichten, durch Ihre Klugheit und Bemuͤhn Sein Hauß doch kunt' im Segen bluͤhn.
Hiier denck ich auch an Ihre Treu mit der Sie Ihm ſonſt beygeſtanden: Kam Kranckheit, Reiſens⸗Zeit herbey, war die Gefahr des Kriegs vorhanden, ſo fand nach Deſſen Wunſch und Rath ſich allemahl Ihr Will und That.
Mit wenig Worten viel zu ſagen: In guten und in boͤſen Tagen
vermißte Herꝛ von Garben nicht der Frau Gemahlin Lieb und Pflcht.


